BAD KÖNIGSHOFEN

Friedliche Kundgebung gegen die AfD

Initiator Karl Graf von Stauffenberg vom Verein „Mitten drin statt extrem daneben“ wandte sich in seiner ...

Die Organisatoren vom Verein „Mitten drin statt extrem daneben“ zeigten sich äußerst zufrieden darüber, dass sie nach ihrer Schätzung fast doppelt so viele Demonstranten mobilisieren konnten, als Teilnehmer die AfD-Wahlveranstaltung im Kursaal der Franken-Therme von Bad Königshofen besuchten. Und die Polizei war froh, dass das Ereignis in einem völlig friedlichen Rahmen ablief.

Der Vorsitzende von „Mitten drin statt extrem daneben“, Karl Graf von Stauffenberg, ermahnte gleich am Treffpunkt neben der Realschule die Teilnehmer, Äußerungen zu unterlassen, die mit gesetzlichen Vorgaben nicht konform gehen. Insofern sorgte ein Plakat mit einem Hakenkreuz, in diesem Fall als Symbol gegen rechte Gesinnung, bei den Ordnungshütern für Diskussionsbedarf. Ansonsten hielt sich die Polizei, die in einer Stärke von etwa 35 Einsatzkräften angerückt war, im Hintergrund, als sich der Demonstrationszug zum Kurzentrum bewegte. Es habe im Vorfeld keinerlei Hinweise auf Zusammenstöße zwischen Wahlveranstaltungs- und Demonstrationsteilnehmern gegeben, erklärte Einsatzleiter Kurt Etzel.

Dabei wäre ein Aufeinandertreffen gut möglich gewesen, hatten die Organisatoren der Kundgebung doch keine 100 Meter von der Eingangstür des Kurzentrums entfernt ein Podium aufgebaut, von dem aus sich die Redner an die Demonstranten wandten. Den Anfang machte Birgit Zirkelbach (Bündnis 90/Die Grünen), gefolgt von FDP-Bundestagskandidat Nicolas Thoma und der SPD-Landtagsabgeordneten Kathi Petersen, Julia Demar (JU-Kreisvorsitzende) und schließlich zum Abschluss Initiator Karl Stauffenberg.

Vor ihnen eine Mischung verschiedenster Gruppen, Parteien und Menschen, die sich keiner Interessenorganisation zuschrieben. Darunter ein älteres Ehepaar, von dem der Mann sagte, dass er noch miterlebt habe, was die Nationalsozialisten schon in den 1930er Jahren angerichtet haben.

Den altersmäßigen Kontrast dazu bildeten zahlreiche junge Leute wie Florian Schuck (18 Jahre) und seine zwei Jahre jüngere Schwester Victoria. Sie seien unter anderem gekommen, weil sie gegen die Inhalte der Alternative für Deutschland seien und kein Verständnis für deren „Hetze“ gegen den Islam hätten. Allerdings halten sie die AfD nur für eine Zeiterscheinung, die bald wieder verschwinden werde.

Als persönlichen Affront empfindet hingegen Stauffenberg, dass einige Teilnehmer im Kursaal T-Shirts trugen, auf denen das Konterfei seines Großvaters abgebildet ist.

Nach eineinhalb Stunden war die Kundgebung beendet. In seinem Resümee freute sich Stauffenberg über die Zahl der Teilnehmer und den ruhigen Ablauf der Veranstaltung. „Ich hatte es aber auch nicht anders erwartet.“

-> Lokales Seite 8
Von der Realschule zur Franken-Therme bewegte sich ein Demonstrationszug mit rund 150 Teilnehmern.