BAD NEUSTADT

Verdi: „Rhön muss sich bewegen!“

Über 150 Kolleginnen und Kollegen machten am Donnerstag nach Gewerkschaftsangaben Druck.

Am Campus des Rhön-Klinikums wird derzeit mit Hochdruck gebaut. Ein riesiges Projekt, für das auch die bisherigen Kliniken und damit die Beschäftigten zusammengeführt werden. „Es gibt dabei aber ein großes Problem“, wird Marietta Eder von der Gewerkschaft ver.di in einer entsprechenden Pressemitteilung der Gewerkschaft zitiert. „Die Beschäftigten der Rhön-Klinikum AG, der Neurologischen Klinik und der Saaletal AG verdienen derzeit deutlich weniger als ihre Kollegen im öffentlichen Dienst.“

„Eine Pflegekraft verdient über 300 Euro weniger, im Labor sind wir bei etwa 600 Euro und bei Therapeuten sind wir sogar im dreistelligen Bereich“, schildert der Verhandlungsführer von ver.di, Robert Hinke. Die Beschäftigten würden nun fordern: „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!“ „Wir leisten alle gute Arbeit, die muss auch gleich bezahlt werden“, betonen die Mitglieder der Tarifkommission. Das sei im Moment nicht der Fall.

Die Beschäftigten der Rhön-Kreisklinik und viele weitere in nahegelegenen Kliniken bekämen den „TVöD“. „Deshalb sind wir schon letztes Jahr in die Tarifverhandlungen gestartet mit der Forderung: Annäherung an den öffentlichen Dienst“, erklärt Marietta Eder. Mit dem Abschluss 2017 sei ein erster Schritt erreicht werden. „Da die Laufzeit des Tarifvertrages nur neun Monate betrug, sind wir optimistisch in die diesjährigen Verhandlungen gestartet. Wir hatten die Hoffnung, dass die Rhön-Klinikum AG den Handlungsdruck ebenfalls wahrnimmt und uns ein ordentliches Angebot vorlegt“, so Hinke.

„Das Angebot ist sehr enttäuschend“, sagen die Mitglieder der Tarifkommission. Statt eine Annäherung sei das Angebot nicht viel mehr als ein Ausgleich zur Preissteigerung. „Das macht uns Sorgen. Wie soll so der Betriebsfrieden gewahrt bleiben? Wie soll der Campus so ein Erfolg werden? Wie sollen wir so neues Personal bekommen oder verhindern, dass Kollegen bei Rhön kündigen?“, lauten die Fragen und Befürchtungen der Gewerkschaft.

Verärgert seien die Beschäftigten auch, dass die Rhön-Klinikum AG nicht zu ihren Versprechen stehe. „Wir haben bereits letztes Jahr gefordert, dass die Altersvorsorge für die Beschäftigten deutlich verbessert werden muss. Uns wurde versprochen, dass wir dazu ein Angebot jetzt im Januar bekommen“, beteuert Marietta Eder. Rhön stehe aber nicht zu seinem Wort. Bis jetzt liege kein Angebot vor.

Im April soll weiterverhandelt werden. „Die Geduld der Beschäftigten ist am Ende. Die Rhön-Klinikum AG muss endlich die Beschäftigten in den Blick nehmen. Bei der Baustelle Campus geht es nicht nur um Beton oder Glas. Es geht um gute Arbeitsbedingungen und gerechte Löhne. Nur so können die Patienten in Zukunft gut versorgt werden“, sagt Robert Hinke abschließend.