KREUZBERG

Altbekanntes neu interpretiert

Christoph Brückner präsentierte an der Orgel in der Klosterkirche am Kreuzberg sein Konzertprogramm ...

Ungewöhnliche Klänge waren am Sonntagnachmittag im Rahmen der monatlichen Konzertreihe auf der Orgel in der Klosterkirche am Kreuzberg zu hören. Eigentlich waren es ja bekannte Kirchenlieder, zumeist aus dem Gotteslob, die Christoph Brückner auf der Hey-Orgel spielte. Doch sie waren keineswegs nach den Noten und Sätzen des Gotteslobs gespielt, sondern frei und individuell von Brückner interpretiert und präsentiert.

Christoph Brückner ist Kirchenmusiker in den Bistümern Fulda und Mainz. Er stammt aus einem hochmusikalischen Elternhaus und erhielt bereits im Alter von sechs Jahren Klavier- und später auch Orgelunterricht. Als Kirchenmusiker gilt seine Leidenschaft einerseits zwar der kirchlichen Orgelmusik, doch die Liebe zu Musik insgesamt, zu neuen und modernen Präsentationen treibt ihn immer wieder an, ungewöhnliche Arrangements zu wagen.

So brachte er in der Klosterkirche eine Improvisation über bekannte Melodien zu Gehör. Los ging es mit „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ von Bach über Spirituals hin zu „Jesus, meine Freude“ im Tango-Feeling, „Nun danket all und bringt Ehr“ im Pop-Feeling oder „Geh aus mein Herz“ im Jazz-Movement. Nach Israel entführte er mit „Schalom“ und Lambada-Feeling brachte er mit „Bewahre uns, Gott“ in die Klosterkirche.

Am Ende des Konzertes zeigte er sich sehr zufrieden mit der Resonanz der Zuhörerschaft, die doch aufgrund der Fußballweltmeisterschaft und des Deutschlandspiels nicht so umfangreich vertreten war, wie dies in der Regel bei Konzerten in der Klosterkirche der Fall ist.

„Der Fußball fordert seinen Tribut“, befand auch Pater Georg Andlinger, der das Konzert unter dem Titel „Organissimo“ als ein Konzert bezeichnete, das zeige, was die Hey-Orgel zu bieten vermag, wenn sie von einem Meister gespielt wird. „Es ist eine Luxus-Orgel“, freute sich Brückner, an diesem Instrument sein Können zu zeigen.