STOCKHEIM

Seelsorge läuft in geordneten Bahnen

Nach dem Gottesdienst verabschiedete sich Pfarrer Hutzler in gewohnter Weise mit Handschlag von jedem ...

Bereits am Mittwochabend hat Pfarrer Andreas Hutzler nach dem Brand im Pfarrhaus schon wieder Gottesdienst gehalten, am Freitag stand eine Beerdigung an und am Sonntag hielt er in gewohnter Weise den Sonntagsgottesdienst in St. Vitus in Stockheim. Man kann sagen, der Alltag hat ihn trotz widriger Umstände wieder voll in Beschlag genommen. Und sogar am Samstagabend war er bei den UFOs in Ostheim, wie er verriet.

In seiner Predigt am Sonntag griff er das Evangelium nach Lukas auf, wo die Jünger Jesu, die die ganze Nacht nichts gefangen hatten, auf seine Aufforderung hin noch einmal hinausfuhren und ihre Netze auswarfen und dabei einen riesigen Fang machten.

„Leere Netze“ waren immer wieder ein Stichwort in der Predigt. Wenn Zeugnisse trotz vieler Mühen schlecht ausfallen – leere Netze. Oder wenn eine Bewerbung erfolglos bleibt oder eine Frau den Kampf gegen den Krebs verloren hat – leere Netze. Das Netz in der Kirche sei zwar nicht ganz, aber doch ziemlich leer, die Zahl der Gottesdienstbesucher nehme ab. Oder wenn man persönlich vor einem Schicksalsschlag stehe, könne man auch als Pfarrer von leeren Netzen sprechen.

Petrus habe im Evangelium Glaube bewiesen. Ihn hätten aber nicht die leeren, sondern die übervollen Netze aus der Bahn geworfen. Der große Erfolg zwang ihn auf die Knie. Das sei das eigentliche Wunder an der Geschichte. Dass Gott nämlich so ganz anders ist, als wir es erwarten. Er lässt niemanden untergehen, auch nicht da, wo das Versagen ans Licht kommt. Fürchtet euch nicht, spricht er seinen Jüngern zu. Diejenigen, die in heutigen Tagen suchen, sich Gedanken machen über das Leben und den Glauben, würden sich versammeln und den Trost erfahren auf jedem Abschnitt ihres Weges. „Fürchte dich nicht“ sei das zentrale Wort dieses Evangeliums.

Am Ende des Gottesdienstes gab Pfarrer Hutzler bekannt, dass er für die nächsten Wochen im Pfarrbüro Ostheim zu erreichen sei. Er wunderte sich darüber, dass viele Gerüchte im Umlauf seien. Vielleicht könne er in der nächsten Woche mehr über seine persönliche Situation sagen. Wie gewohnt, verabschiedete er anschließend jeden Gottesdienstbesucher freundlich mit Handschlag an der Kirchentür. Mit einem Wort: „business bzw. Seelsorge as usual“. Und das ist recht so. (bgb)

Wäre nicht das Trassierband, würde (fast) nichts mehr an den Brand im Pfarrhaus Stockheim in der vergangenen Woche ...