BAD NEUSTADT

"Recherche" der besonderen Art

Abgeschirmt vor neugierigen Blicken ist die neue Zentrale Notaufnahme am Rhön-Klinikum Campus Bad Neustadt.

„Was machen Sie denn hier? Unser Termin ist doch erst morgen.“ So werden sicher kaum Patienten, die mit dem Rettungswagen und Sanitätern in die Zentrale Notaufnahme ins Rhön-Klinikum am Campus nach Bad Neustadt kommen, begrüßt. Den Mann von der Presse kennt man hier und so war es nicht verwunderlich, dass einer nach dem anderen, der in die Notaufnahme kam, die gleiche Frage stellte. Meine Antwort: „Ich will die neue Zentrale Notaufnahme mal testen“ war natürlich nicht ernst gemeint, denn in diesem Moment war mir eigentlich nicht nach „dummen Sprüchen“ zumute.

Nasenbluten, hoher Blutdruck, Unwohlsein, da kam doch alles zusammen. Mal ganz ehrlich, wer denkt schon beim Nasenbluten daran, dass er wahrscheinlich in die Klinik und dort zu einem Facharzt gehen sollte. Omas Hausmittelchen könnten doch sicher auch erst mal helfen. Hinlegen und eine Eispackung in den Nacken, die blutende Nase einfach mit einem Tempo-Taschentuch „abklemmen“. Das half aber letztendlich nicht, da, wie sich beim Eintreffen der Sanis aus Hildburghausen herausstellte, der Blutdruck „ein bisschen“ zu hoch war und daher auch die Blutung nicht von selbst aufhörte.

Ab in der Klinik und das zu einer Zeit, als in der Notaufnahme, wie man auf fränkisch so schön sagt, „die Hölle los ist“. Im Nachhinein erfuhr ich von Chefarzt Dr. med. Michael Schneider, dass gerade um die Mittagszeit viele Patienten betreut werden müssen. Kaum lag ich auf der Liege, abgeschirmt durch zwei Trennwände von den Nachbarn, kam auch schon die ärztliche Kunst zum Einsatz. Mit einem Nasentampon – das Einsetzen war nicht gerade angenehm – konnte die Blutung gestoppt werden. Ach ja, und ein schönes Armbändchen gab es auch: „Rhön-Klinikum Campus Bad Neustadt“ und „Fall 4200014005“.

Warten hieß es dann, nachdem ein Termin mit den HNO-Facharzt Dr. Steffen am Nachmittag klappte. Was mir auffiel: Immer wenn Schwestern oder Pfleger vorbeikamen, warfen sie einen Blick in meine „Kabine“ oder fragten, ob alles gut ist. „Ist Ihnen kalt? Ich gebe ihnen eine Decke.“ Oder auch die Frage: „Immer noch schlecht? Ich schau gleich mal nach einem Arzt.“ Langsam wurde es ruhiger in der Notaufnahme. Die Schwestern und Pfleger kümmerten sich um die noch verbliebenen Patienten, säuberten die Liegen und legten neue Laken auf.

Bereits in der Notaufnahme zeigte sich die neue, enge Verknüpfung der einzelnen Fachbereiche. So erkundigte sich der Leitende Oberarzt der Neurologischen Abteilung, Dr. med. Hassan Soda, ob er neurologisch helfen könne. Wie groß die neue Klinik am Campus ist, wurde mir da erst einmal bewusst. Über lange Gänge und Aufzüge ging es zum HNO-Facharzt Dr. med. Steffen, der schmunzelnd meinte: „So dann wollen wir die Adern mal grillen, damit alles wieder gut wird.“ Auch hier, wie schon in der Notaufnahme war es das „auf den Patienten eingehen“, das mich beeindruckte.

Mittlerweile war es später Nachmittag geworden. Für meinen Hausarzt gab es einen Brief und „für den Fall der Fälle auch dieses unangenehme Nasentampon“, so Dr. Michael Schneider. Und „wir sehen uns dann beim Pressegespräch, Ihnen bis dahin alles Gute.“