SULZDORF

Erfurter Studenten graben im Grabfeld

Forstwirtschaftsstudenten aus Erfurt erkundeten den Waldboden und Aufschlüsse im Bereich der Gemeinde Sulzdorf an ...

Der Boden ist der Ursprung allen pflanzlichen Lebens. Mit dieser Erkenntnis und großem Wissensdurst brach eine Gruppe von 18 Forstwirtschaftsstudenten aus der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt sowie als Gäste einige Forstinspektor-Anwärter der Bayerischen Forstverwaltung ins Grabfeld auf. Unter der Führung ihres Professors für forstliche Standortslehre, Dr. Dirk Landgraf besuchten sie interessante Landschaftsteile im Bereich Sulzdorf an der Lederhecke und Serrfeld.

Der sehr lehrreiche Tag begann nach der Begrüßung durch Prof. Landgraf und Revierleiter Kühnel mit einem allgemeinen Überblick über das Exkursionsgebiet durch Forstinspektor-Anwärter Max Reinhardt. Die besichtigten Bodenprofile befinden sich erdgeschichtlich gesehen im Bereich der süddeutschen Schichtstufenlandschaft und hier im mittleren Keuper. Dabei reicht die Bandbreite der Böden von tonigen über sandige Substrate bis hin zu kräftigen Lößaufwehungen.

Im Wurzelraum der Waldbäume

Erster Exkursionspunkt war eine Tongrube mit einer mehrere Meter hohen Abbruchkante, die die einzelnen Schichten des Keupers sehr gut zeigte. Anschließend untersuchten die angehenden Förster eine Abfolge von jeweils auf einen Meter Tiefe angelegten Bodenaufschlüssen. Diese entsprechen dem Hauptwurzelraum der Waldbäume.

Nicht jeder Baum passt auf jeden Standort. Vielmehr bestimmen Faktoren wie Nährstoffversorgung, Durchwurzelbarkeit und Wasserversorgung, welche Bäume gedeihen. Zur Bestimmung von Bodenart und -typ nutzten die Teilnehmer Methoden wie Fingerprobe und Salzsäuretest zum Nachweis von Kalk sowie die optische Bewertung der Bodenprofilwand in Verbindung mit der Humusauflage. Aus ihrer Analyse und Beschreibung des Bodens konnten die Studenten dann ableiten, welche Bäume tatsächlich für den jeweiligen Standort geeignet sind und wohl auch dem Klimawandel standhalten können.

Bäume leiden unter steigenden Temperaturen

Am Nachmittag stellten Kühnel und Reinhardt in der Abteilung Rothhügel einen für Franken typischen ehemaligen Mittelwald vor, der in Hochwald überführt wird. Die alten Bäume leiden unter den steigenden Temperaturen. Gleichzeitig werden sie von immer mehr wärmeliebenden Schädlingen geplagt, die Nutznießer des Klimawandels sind. Die Teilnehmer diskutierten diese Problematik bis hin zu Bekämpfungsmöglichkeiten. Mittlerweile gedeihen dort Millionen junger Eichen und andere Mischbaumarten aus natürlicher Verjüngung im Schutz mächtiger Mutterbäume. Aus diesem „Überfluss der Natur“ werden sich wohl diejenigen durchsetzen, die mit dem wärmer werdenden Klima gut zurechtkommen.

Für einen würdigen Abschluss in geselliger Runde sorgte Bürgermeisterin Angelika Götz mit ihrer Einladung zu einem warmen Essen nach einem kalten Tag im Wald. Im „Brotzeitstübla“ der Gemeinde konnten die eingefrorenen Nasen und Zehen bei guten Gesprächen wieder auftauen. Die Teilnehmer bedankten sich bei der Gemeinde Sulzdorf und ihrer der Bildung stets aufgeschlossenen und hilfsbereiten Bürgermeisterin und allen Mitarbeitern.