BAD NEUSTADT

Äußerst unglücklicher Verlauf

Vor einem Jahr rückte die Feuerwehr zum Sportheim des SV Herschfeld aus und löschte einen Brand, dessen Ursache rasch ermittelt werden konnte und einen heute 20-Jährigen vor die Strafrichterin am Amtsgericht führte. Ganz offen gab er an, wie sich das Geschehen aus seiner Sicht entwickelte.

Am Vorabend hatten Jugendliche auf dem Parkplatz des Geländes ein Lagerfeuer veranstaltet, das sie in den frühen Morgenstunden gegen 3 Uhr ausmachten. Am nächsten Tag traf der Beschuldigte mit einigen anderen am frühen Nachmittag zum Aufräumen ein, zum Schluss bekam er die Anweisung, er möge die Asche des Lagerfeuers in der Mülltonne entsorgen.

Bevor der junge Mann die Asche auf ein Plastikkehrblech fegte, hielt er seine Hand darüber und testete, ob noch Wärme zu spüren sei. Da auch aufgrund der kühlen Nachttemperaturen alles kalt war, schüttete er die Asche in die Restmülltonne, stellte sie direkt neben die Bratwurstbude und ging nach Hause.

Kurze Zeit später wurde er zurückgerufen: Die Bratwurstbude stand in Flammen und brannte aus, das Feuer beschädigte Dach, Fassade und Terrassenüberdachung des Vereinsheims. Der entstandene Schaden belief sich auf rund 45.000 Euro, die Ursache war eindeutig: Der Tonneninhalt hatte sich an der Asche entzündet.

Jeder im Gerichtssaal hätte wohl wie der damals 19-Jährige vermutet, dass von der Asche keine Gefahr mehr ausgehen könne. Aber der ermittelnde Polizeibeamte belehrte alle eines Besseren: Mindestens 48 Stunden müssen vergehen, bevor Asche mit anderen Materialien in Berührung kommen darf.

Da die Sache nach allgemeiner Einschätzung für den Beschuldigten ausgesprochen unglücklich gelaufen war, auf der anderen Seite aber hoher Schaden entstand, wurde das Verfahren wegen fahrlässiger Brandstiftung mit allseitiger Zustimmung gegen eine Geldauflage eingestellt. Zu zahlen sind 600 Euro an das Kreisjugendamt für das Zeltlager Hillenberg.