Herbstadt

Keine Trendwende: elf Herbstädter weniger

Rund 500 Quadratmeter Fläche rund um die Herbstädter Kirche will die Gemeinde der Diözese abkaufen, um bei ...

600 Einwohner hat die Gemeinde Herbstadt, elf weniger als im Vorjahr, berichtete Bürgermeister Georg Rath in der Bürgerversammlung. Eine Trendwende sei also noch nicht eingetreten. In den Jahren 2017 und 2018 gab es nach seinen Worten neun Geburten und zwölf Sterbefälle. Geheiratet haben vier Paare, alle in Herbstadt, jedoch keine in den Gemeindeteilen Ottelmannshausen und Breitensee.

Mit dem Blick in den Haushaltsplan 2019 startete Rath seine Informationen. Demnach Investiert die Gemeinde unter anderem 165 000 Euro in das Kanalkataster sowie 100 000 Euro in die Dorferneuerung in Herbstadt und Ottelmannshausen, die im Herbst oder nächsten Frühjahr beginnen soll. Schulden hat die Gemeinde in Höhe von 140 353 Euro, das sind knapp 234 Euro pro Kopf. Rath wies in diesem Zusammenhang auf die Sondertilgung in Höhe von 187 871 Euro hin, die dank der 2018 erstmals gezahlten Stabilisierungshilfe möglich war.

Alles bereit für die Biogasanlage 

Zum Stand der Dinge bei der geplanten Biogasanlage sagte der Bürgermeister, die Bauarbeiten könnten bereits im Mai beginnen. Wenn sie bis 2020 nicht gebaut werde, geschehe gar nichts mehr, so seine Einschätzung. Auf dem Gelände sollte sich dann auch der neue Grünabfallplatz der Gemeinde befinden, was in der Diskussion zu Befürchtungen hinsichtlich eingeschränkter Öffnungszeiten führte.

Zum jüngsten Beschluss des Verwaltungsgerichts zur Bauvoranfrage eines Landwirts wegen des Baus eines Schweinestalls zwischen zwei Wohngebieten (wir berichteten mehrmals) stellte Rath fest: "Die Gemeinde wird sich wehren, solange sie kann." Die Richter hatten dem Landwirt Recht gegeben und damit den Stallbau befürwortet.

Keine Hunde auf dem Friedhof

Bis Ende April soll auf der ehemaligen Schule ein Funkmast errichtet werden, die Reichweite beträgt zwei Kilometer, informierte Rath die Bürger. Er mahnte an die Abfälle auf dem Friedhof besser zu sortieren und betonte, dass Hunde auf dem Friedhof nichts zu suchen haben. Ein Hundebesitzer sei bereits ermahnt worden, so Rath.

Einige Bürger beteiligten sich lebhaft an der Diskussion. Sie wünschten sich mehr Visionen für ein zukunftsfähiges Dorf mit guter Lebensqualität - angefangen beim äußeren Erscheinungsbild, besonders an den Ortseinfahrten, bis zur Pflege der gemeindeeigenen Flächen durch die Gemeindearbeiter, die sich nicht nur um das Umfeld der Kläranlagen kümmern sollen.

Nach der Dorferneuerung wurde gefragt. Dafür will die Gemeinde das Kirchenumfeld, zu dem auch der Weg zwischen Kirche und Rathaus und rund 500 Quadratmeter des Friedhofs gehören, der Diözese abkaufen, berichtete Rath. Auf sein Angebot habe er noch keine Antwort erhalten.

Lob für Blühstreifen

Ein Bürger bedauerte, dass wegen des Horts der "Schwarze Adler" nicht mehr für Familienfeiern zur Verfügung steht. Lob gab es für die Gemeinde, die auf nicht genutztem Bauland Blühstreifen anlegen will. Saatgut für Privatleute wird es wegen des Ansturms erst im Mai geben, erklärte Rath.

Haben die Mittelwald-Holzrechtler zu dicke Bäume gefällt? Einige größere Stämme wurden freigegeben, um Lose, die zu wenig zu bieten hatten, attraktiver zu machen, so Rath. Zu schnell fahrende Autos wurden kritisiert, eine Geschwindigkeitsanzeige könnte eine Verbesserung bringen, wurde angeregt. Der Spielplatz in Herbstadt, für den neue Geräte bestellt wurden, sollte mit einem kleinen Fest eingeweiht werden, hieß es, um mal wieder positive Schlagzeilen zu machen. Drei Aushängeschilder habe die Gemeinde, sagte einer der Anwesenden, den Musikverein, den Sportverein sowie den Kindergarten. Dort sollte die Qualität auf jeden Fall erhalten bleiben.