Irmelshausen

Irmelshausen: Grünabfallplatz, Kanalgebühren und Wasserbezug

Leader-Projekt: Am Badesee Irmelshausen wird vom 26. bis 28.

Gut besucht war die Bürgerversammlung in Irmelshausen am Sonntagabend. Viele der 444 Einwohner (davon 45 mit Nebenwohnsitz) interessierten sich für die Informationen von Bürgermeister Michael Hey. Irmelshausen ist der größte Gemeindeteil von Höchheim mit insgesamt 1207 Einwohnern (davon 129 mit Nebenwohnsitz).

Vom Spielplatz in Irmelshausen, der sich im Bau befindet, berichtete der Bürgermeister. Bevor die Spielgeräte aufgestellt werden, soll ein Weg auf dem TSV-Grundstück gepflastert werden, danach kann der Ballfangzaun fertiggestellt werden, der die beiden Grundstücke voneinander trennt. In der Irmelshäuser Kirche wurde ein neues Steuergerät eingebaut, außerdem gab es neue Infotafeln für alle Gemeindeteile.

Alternatives Verfahren soll den Badesee vom Schlamm befreien 

Die Ortsverbindungsstraße zwischen Irmelshausen und Höchheim wurde provisorisch befestigt, eine Dauerlösung wäre möglich, wenn die Straße nach links verlegt würde. Die Grundbesitzer müssten dann mitziehen, sagte der Bürgermeister. Der Badesee ist die Hauptattraktion in Irmelshausen, bei einer Leader-Infofahrt wurde der Stand der Sanierungsarbeiten in Augenschein genommen. Die geplante Entschlammung des Sees lief mit dem zunächst angewendeten Verfahren nicht erfolgreich, sodass jetzt ein alternatives Verfahren zum Zuge kommt.

In der Diskussion wurde nach dem Spielplatz gefragt, auf den die Kinder schon warten. Er stehe auf der Agenda ganz oben und die Geräte seien schon geliefert, sagte Hey, allerdings seien die Bodenarbeiten wetterabhängig. Kritisiert wurden die Waldwege und das Ausbaggern der Gräben, dort steht das Wasser. Die Wege seien für große Lasten nicht ausgebaut, so die Antwort, aber es lasse sich nicht vermeiden, dass Lkw dort fahren, beispielsweise wegen der Holzabfuhr. Man wisse vorher nicht, wie die Firmen arbeiten und müsse auch die Verhältnismäßigkeit beachten – was kann man sich leisten?

Landratsamt fordert einen neuen Standort für Grünabfallplatz 

Diskutiert wurde über den Grünablageplatz und hier mehr Disziplin eingefordert. Wie Hey berichtete, hat das Landratsamt die Plätze kontrolliert und einen neuen Standort gefordert, der momentan im Überschwemmungsgebiet liegt. Es gibt ein Förderprogramm für die Befestigung von derartigen Plätzen. Der Gemeinderat könnte sich in den großen Orten Irmelshausen und Höchheim einen Neubau vorstellen. Die Alternative sind Container, die dann regelmäßig geleert werden müssten.

Ob die Kanalgebühren demnächst sinken, wenn die Finanzierungsphase für die Kläranlage nach 20 Jahren ausläuft, wollte ein Irmelshäuser wissen. Das wird wohl nicht so kommen, war die Antwort, denn inzwischen gebe es Ersatzbeschaffungen, höhere Betriebskosten und den Umstieg auf neue Techniken. Dies müsse alles finanziert werden. Die Kosten für die Kläranlage verteilen sich außerdem auf immer weniger Haushalte und man müsse kostendeckend arbeiten.

Die Zukunft der Wasserversorgung

Die Trinkwasserproblematik wurde angesprochen. Menge und Qualität sind bei den Brunnen des WZV (Wasserzweckverband) Nord genauso wie beim WZV Mitte (wir berichteten) rückläufig, sodass eine Lösung gefunden werden muss, über die innerhalb der ARGE (Arbeitsgemeinschaft zur Sicherstellung der Wasserversorgung im Grabfeld) gerade beraten wird, berichtete Hey. Sulfat ist unter anderem ein Problem, die Grenzwerte sind nur schwer einzuhalten. Der Bezug von Wasser aus Thüringen oder Oberfranken wird derzeit geprüft, wobei die Oberfranken-Lösung nach dem jetzigen Stand der Informationen die teuerste Variante ist. Menge und Qualität des Oberflächenwassers sei gleich, mit ungefähr vier Härtegraden käme es in die Leitungen.

Wasserzweckverband favorisiert Wasserbezug aus Thüringen 

Er habe bisher das Leitungswasser bedenkenlos trinken können, jetzt soll das Wasser gechlort werden, bemerkte ein Anwohner. Wegen der langen Leitungen müsse eine leichte Chlorung vorgenommen werden, informierte Hey. Ob Kupferleitungen das neue Wasser vertragen, wurde gefragt, was verneint wurde, und ob die eigenen Brunnen erhalten bleiben. Wahrscheinlich werden nach einer Übergangszeit die eigenen Brunnen aus Kostengründen geschlossen, so Hey, eine Reserve werde man erhalten. Der WZV Nord favorisiert den Wasserbezug aus Thüringen, der unproblematischer und näher ist, machte Hey klar. Inzwischen sollte eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit selbstverständlich sein, sagte einer der Anwesenden.

Bei der letzten Frage ging es um eine eventuelle großflächige PV-Anlage, dafür gab es eine Anfrage von einem Projektierer, antwortete Hey. Ohne Nutzen für die Gemeinde sei der Gemeinderat nicht dafür. Die Gemeinde hat die Planungshoheit und müsste bei einer Zusage den Flächennutzungsplan ändern.