Wülfershausen

Reinold Albert: Geschichtliche Schatzsuche in Wülfershausen

Das Wülfershäuser Dorfwappen ziert ein Wappenbrief aus dem Jahre 1575, der natürlich auch Aufnahme in die neue ...

Wer hätte das gedacht: Die Gemeinde Wülfershausen besitzt laut Reinhold Albert eines der wertvollsten Gemeindearchive im Landkreis Rhön-Grabfeld. Und der Kreisheimatpfleger aus Sternberg muss es ja schließlich wissen. Als Autor von gut 30 Ortschroniken weiß er, wo geschichtlich Schätze liegen. Zumal Albert schon jetzt eine riesige Sammlung mit Material aus Wülfershausen besitzt. Das hat auch damit etwas zu tun hat, dass seine Ehefrau aus dem Ort stammt.

Insofern waren die Voraussetzungen optimal, um den Auftrag zur Dorfchronik an Albert zu vergeben, was dann in der Gemeinderatssitzung vom Montag auch einstimmig geschehen ist. Ein wenig skeptisch war der Autor unzähliger geschichtlicher Abhandlungen aus dem Kreis zuvor aber doch. Schließlich hatte er zur 1200-Jahr-Feier im Jahr 2000 seine Dienste schon einmal vergeblich angeboten. Damals hatte man eine multimediale Chronik auf einer CD einer Buchveröffentlichung vorgezogen.     

Auch Eichenhausen soll seine eigene Chronik erhalten

Im Gemeinderat reagierte man jetzt auf das neuerliche Angebot von Anfang an mit Wohlwollen. Für Michael Weiß  etwa ist es sehr wichtig, dass die Geschichte nicht verloren geht. Außerdem würden sich die Chroniken sehr gut als Willkommensgeschenke für die Menschen eigenen, die vermehrt zuziehen. Als Ortssprecher wollte Heribert Schustek wissen, ob der Ortsteil Eichenhausen auch Bestandteil der Chronik werden soll. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Geschichte und der ebenfalls interessanten Archivunterlagen, die derzeit von Wolfgang Weber aus Windshausen geordnet werden, riet Albert dazu, für Eichenhausen im Anschluss an Wülfershausen eine eigene Chronik zu verfassen. Auch dafür erhielt er den Auftrag.

Der Wappenbrief und das Generalprotokoll des Dorfes

Gemeinderat Harald Schwarz sprach sich auch deshalb für eine Wülfershäuser Chronik aus, indem er daran erinnerte, dass die Unterlagen normalerweise für niemanden zugänglich seien. Als besonders wertvoll gelten ein Wappenbrief aus dem Jahre 1575, auf dem sich eine Zeichnung des Gemeindewappens befindet. Nicht minder interessant ist das 276 Seiten umfassende General-Protokoll des Dorfes Wülfershausen aus dem Jahre 1745 oder die ab 1590 geführten Gemeinderechnungen und die 23 Urkunden, die zwischen 1515 bis 1805 ausgestellt wurden.

Bislang gibt es zwar noch keine vollständige Ortschronik, aber Veröffentlichungen über die Pfarrei von Benefiziat Georg Schwinger aus dem Jahre 1899, das 1964 veröffentlichte Heft zur Weihe der neuen Kirche sowie die von Albert verfasste Schrift zum 50-jährigen Jubiläum der Kirche im Jahr 2013. Dann gibt es noch das 2014 erschienene Buch "Bildschönes Wülfershausen-Eichenhausen". Die Kosten für die Chronik bezifferte Albert auf 15 bis 20 000 Euro. Er will sich bemühen, sie noch bis Weihnachten dieses Jahres fertigzustellen.