Bad Neustadt

Verhandlung gegen Katzenhalter vor der Anklageverlesung vertagt

Juristische Einwände sorgten dafür, dass am Bad Neustädter Amtsgericht eine Verhandlung vertagt wurde, ehe sie richtig begonnen hat. Verhandelt werden sollte ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Verantworten sollten sich gleich drei Angeklagte. Im Wesentlichen ging es um Vorgänge auf einem Anwesen in Rhön-Grabfeld, auf dem über 100 Katzen gehalten worden sein sollen und das schon häufiger für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Schon mehrfach haben die Vorgänge um eine jetzt 56-jährige Katzenfreundin Gerichte und Behörden beschäftigt. Mehrfach kam es zu Begehungen durch Vertreter des Veterinäramts, wie aus älteren Zeitungsberichten hervorgeht. Darin wird auch davon berichtet, dass die Besitzerin des Anwesens an ihrem früheren Wohnort in einem Nachbarlandkreis ebenfalls schon wegen ähnlicher Vorgänge mit Gerichten und Behörden im Clinch gelegen hat.

16 Katzen in schlechtem Zustand

Auch nach ihrem Umzug in den Landkreis Rhön-Grabfeld war es stets um die unverhältnismäßig hohe Anzahl von Katzen auf ihrem Grundstück gegangen. Die Frau beteuerte hingegen, dass es ihr nur um das Wohl der Katzen gehe und sie jährlich eine fünfstellige Summe an Tierarztrechnungen aufbringe, wie es in einem Zeitungsbericht aus dem Jahre 2014 heißt.

Bei dem Vorfall, um den es jetzt bei der Verhandlung gehen sollte, seien im Zuge einer Begehung durch das Veterinäramt von über 100 Tieren 16 Katzen eingezogen worden, weil sie sich in einem schlechten Zustand befunden haben sollen. Wegen der Vernachlässigung der Tiere sollten die zwei Männer und die Frau im Alter zwischen 56 und 68 Jahren nun zur Verantwortung gezogen werden. Es kam allerdings nicht einmal zur Verlesung der Anklageschrift.

Schlampige Ermittlungen?

Gleich unmittelbar nach der Feststellung der Personalien ergriff der Anwalt das Wort und unterstellte der Staatsanwaltschaft Nachlässigkeiten bei der Ermittlung. Aus der Anklageschrift gehe nicht hervor, wem die einzelnen Katzen zuzuordnen sind, argumentierte der Verteidiger. Darüber hinaus seien keine Lichtbilder angefertigt worden. Außerdem monierte der Anwalt, dass die Staatsanwaltschaft eine Mitarbeiterin des Veterinäramts als Gutachterin bestellt hat, die bereits an der Aufnahme der Anzeige mitgewirkt habe, was nicht den "juristischen Spielregeln" entspreche.

Für die Richterin waren die Einwände nachvollziehbar, sodass sie umfangreiche Nachermittlungen anordnete und einen anderen Gutachter oder andere Gutachterin verlangte. Die Verhandlung wurde daraufhin ausgesetzt.