Bad Neustadt

Wenn der Muckl statt der Klarinette die Tuba nimmt

Zu den Höhepunkten des anspruchsvollen Konzertprogramms gehörte der solistische Tuba-Muckl von Sandro Hartung. 

"Ich bin unheimlich stolz darauf, dass wir im Landkreis so tolle Musiker haben", freute sich Renate Haag, Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbunds, nach einem grandiosen und Beifall-umtosten Konzert vom "Orchester der Generationen", in dem sie selbst natürlich auch mitwirkte.

So feierte sie mit dem begeisterten Publikum im Stadtsaal das Jubiläum des Kreisblasorchesters Rhön-Grabfeld, das in den vergangenen zehn Jahren zu 47 Probentagen zusammenfand, um auch mal die Bereiche der Blasmusik kennenzulernen, die in der Heimatkapelle nicht gespielt werden, mit viel Spaß Neues einzustudieren und damit den Zuhörern tolle Konzertprogramme zu bieten.

Olympischer Geist beherrscht das Konzert

"The Olympic Spirit" eröffnete den Jubiläumsreigen und der olympische Geist herrschte vom ersten bis zum letzten Ton. 53 Musikerinnen und Musiker aus 22 Kapellen gaben ihr Bestes und gingen auf in den mitreißenden Melodien und Rhythmen, die ein Stillsitzen häufig unmöglich machten. Nach charmanter Moderation aus unterschiedlichen Registern beflügelte das Orchester die Fantasie zu den schönsten Begegnungen mit dem tapsigen Baby-Elefanten, dem Glöckner von Notre Dame und dem Märchenkönig.

Dramatische Elemente bescherte das Ringen der Götter zwischen Gut und Böse und viel zu schmunzeln und zu staunen gab es, als Sandro Hartung den bekannten Klarinetten-Muckl mit seiner Tuba so brillant verdrängte, dass ihn das Publikum nicht ohne eine weitere super Tuba-Einlage zurück an seinen Orchesterplatz entließ.

"Orchester der Generationen" erfindet sich immer wieder neu

Das Erlebnis "Orchester der Generationen" gestaltete sich während des vergangenen Jahrzehnts immer wieder neu, das Stöckchen, nach dem sich alle richten, wechselte in verschiedene Hände und passte sich auch bei diesem besonderen Anlass nicht nur einer Persönlichkeit an. Denn die beiden gefeierten Kreisdirigenten Adrian Blümm und Johannes Ebert bestiegen die Bühne in fliegendem Wechsel und bewiesen eindrucksvoll, dass sie ihr erstes Konzert in dieser Position voll im Griff hatten und man sich auf viele weitere Auftritte unter ihrem Dirigat freuen darf.

Ganz geschickt reagierten die beiden auf die frenetisch eingeklatschte Forderung nach Zugabe. Während das temperamentvolle Programm die Zuhörer-Gemüter angeheizt hatte, eigneten sich ruhigere, ein wenig verträumte Weisen für die Einstimmung auf den Heimweg.

Als das Kreisblasorchester 2009 ins Leben gerufen wurde, befand sich Johannes Ebert übrigens unter den Musikern, die sich immer wieder neu formieren und nicht danach fragen, wie alt der Nachbar am Pult ist, weil Musik mit zwölf Jahren genauso viel Spaß macht wie mit 60.

Gefeiert wurde das "Orchester der Generationen" beim Jubiläumskonzert zu seinem zehnjährigen Bestehen.