Bad Neustadt

Joint-Venture: Jopp steigt auf dem indischen Markt ein

Vertragsabschluss in Delhi. Jopp und Lumax besiegeln ihre strategische Zusammenarbeit.

Der Bad Neustädter Autozulieferer Jopp geht auf den indischen Markt. Wie das Unternehmen meldet, haben Jopp und die in Indien ansässige Lumax-Gruppe eine strategische Zusammenarbeit beschlossen. Beide Firmen unterzeichneten am 11. April in der indischen Haupttadt Delhi eine Vereinbarung zur Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens für den indischen Markt. Die beiden Geschäftsführer Martin Büchs und Richard Diem unterzeichneten den Vertrag für Jopp. Für Lumax setzten die Geschäftsführer Anmol Jain und Deepak Jain ihre Unterschriften unter das Joint Venture.

Dafür bringt Jopp das Know-How für Getriebeschaltungen ein, das es Lumax ermöglichen wird, indischen Kunden komplette Schaltungslösungen anzubieten. Jopp ist nach eigenen Angaben einer der wenigen Anbieter weltweit, der neben den technisch anspruchsvollen Lösungen des Schalthebels auch Schaltdome entwickelt, die bei Fahrzeug- oder Getriebeherstellern verbaut werden.

Erste Erfahrungen gesammelt

Geschäftsführer Martin Büchs sagt zu dem Vertragsabschluss: „Seit vielen Jahren beobachten wir den indischen Markt und haben bereits durch Exporte einige Erfahrungen dort sammeln können. Durch das dortige Wirtschaftswachstum und die damit einhergehende wachsende Mittelschicht sehen wir zunehmend Bedarf an technisch komplexen Lösungen, wie wir sie bereits für unsere europäischen Kunden liefern. Da diese Produkte vor Ort produziert werden müssen, haben wir entschieden, uns mit einem etablierten indischen Zulieferer zusammenzutun.“

Innovation

Jopp hat im vergangenen Jahr erstmals eine Innovation in Serie gebracht, die neben Kunststoff als Leichtbaukomponente eine integrierte Sensorik enthält, um alle Gangstellungen zu erkennen, damit der Motor bei Stillstand des Fahrzeugs automatisch abgestellt werden kann. Das spart Kraftstoff und damit auch Emissionen. Richard Diem, in der Geschäftsführung unter anderem für die Lösungen im Antriebsstrang zuständig, sagt dazu: „Gerade die Verwendung von Kunststoff und Sensorik unter den sehr anspruchsvollen Bedingungen moderner Getriebe erfordert höchste Präzision und viel Fachwissen. Unsere Firma und unsere Mitarbeiter haben unter Beweis gestellt, dass wir solche innovativen Lösungen mit einem hohen Kundennutzen entwickeln können. Es ist nur konsequent, dass wir nun dorthin gehen, wo der Markt in den nächsten Jahren voraussichtlich wächst.“

Strategische Bedeutung

Aus der Sicht von Jopp hat der indische Markt eine strategisch wichtige Bedeutung, um mit den etablierten Getriebeprodukten weiterhin zu wachsen. Lumax ist wie Jopp ebenfalls ein familiengeführtes Unternehmen und beschäftigt 9000 Mitarbeiter an 28 Standorten quer über den indischen Subkontinent verteilt. Mit mehr als 1900 Mitarbeitern erzielt die Unternehmensgruppe Jopp derzeit einen Jahresumsatz von über 220 Millionen Euro an elf Standorten weltweit. Das neue gemeinsame Unternehmen soll ausschließlich Kunden in Indien bedienen.