Bad Neustadt

Corona: Landrat befürchtet Lockdown in Rhön-Grabfeld

"Die Corona-Lage ist so dramatisch wie nie zuvor." Einmal mehr brachte Landrat Thomas Habermann seine tiefe Besorgnis über die Entwicklung der Pandemie im Landkreis zum Ausdruck. Es lasse sich nicht ausschließen, so Habermann, dass der Inzidenzwert in allernächster Zeit die Grenze von 1000 überschreitet, womit ein sofortiger Lockdown in Rhön-Grabfeld verhängt werden müsste.

Die aktuellen Zahlen, die das Landratsamt am Donnerstag veröffentlichte, scheinen diese Einschätzung zu bestätigen. Demnach wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) 111 neue Infektionen gemeldet, womit die Inzidenz den neuen Rekordwert von 652,7 erreichte. Auch die Zahl der aktuell infizierten Rhön-Grabfelder war mit 888 noch nie so hoch wie diesen Donnerstag. Und, das machte der leitende Impfarzt Helmut Klum deutlich, für Freitag wird erneut eine hohe Zahl an Neuinfizierten an das RKI gemeldet werden.

Bad Neustadt mit den meisten Infizierten

Schwerpunkte im Infektionsgeschehen sind weiterhin Kindergärten und Schulen. So wurden drei Gruppen des Kindergartens in Burglauer in Quarantäne geschickt, die drei übrigen Gruppen mussten geschlossen werden, da aufgrund von Corona nicht mehr genügend Personal vorhanden ist. Bis Montag wird auch der Kindergarten in Merkershausen geschlossen sein, wie auch eine Gruppe im Kindergarten Wülfershausen. Auch die zweite Klasse der Grundschule Nordheim wurde für die nächsten Tage in Quarantäne geschickt.

Die hohen Infektionszahlen spiegeln sich auch auf der Karte mit der Verteilung nach Orten wider. Mit 187 Fällen weist hier Bad Neustadt den höchsten Wert auf, gefolgt von Bad Königshofen mit 104. Mellrichstadt mit 39 steht da vergleichsweise gut da. Im wesentlich kleineren Höchheim sind 42 und damit drei Fälle mehr registriert. Mit lediglich zwei Infektionen stehen Willmars und Trappstadt landkreisweit am besten da.

20 Corona-Intensivpatienten

Von momentan 140 Intensivbetten (inklusive Wachstation), die am Rhön-Klinikum Campus personell betrieben werden können, waren am Donnerstag zehn nicht belegt. Die Zahl der Corona-Patienten ist von 26 auf 20 gesunken. Davon mussten zwölf (am Vortag 13) invasiv beatmet werden.

Aufgrund der stark gestiegenen Nachfrage baut der Landkreis die Kapazitäten für kostenlose Schnelltests etwas aus. Ab Montag sind Tests wieder im Testzentrum in Heustreu möglich. Termine sind am Montag, Dienstag und Donnerstag jeweils von 11 bis 12 Uhr. Eine Online-Anmeldung über die Landkreishomepage https://www.rhoen-grabfeld.de/themen/corona-situation ist notwendig. Auf dieser Seite finden sich auch alle weiteren Schnelltestangebote im Landkreis Grabfeld.