Bad Neustadt

Franken care und Vill'sche sind Corona-Hotspots in Rhön-Grabfeld

Das Pflegeheim franken care in Bad Königshofen (Archivbild) ist einer der Corona-Hotspots im Landkreis.

Das allgemeine Infektionsgeschehen im Landkreis ist "eigentlich undramatisch", wäre da nicht die Entwicklung in zwei Altenheimen. In dieser Einschätzung der aktuellen Lage sind Landrat Thomas Habermann und Dr. Helmut Klum, der medizinische Leiter des Imfpzentrums, einer Meinung. Während ansonsten die Infektionszahlen gering seien, bildeten das Vill‘sche Stiftungs- Alten- und Pflegeheim  in Bad Neustadt und Franken care in Bad Königshofen derzeit die Corona Hotspots in Rhön-Grabfeld. 

In der Tat sind die Zahlen dort alarmierend. Laut dem Statusupdate des Landratsamtes vom Donnerstag (Stand 9 Uhr) sind bereits elf Bewohner der Franken care gestorben, 34 Bewohner dort gelten aktuell noch als positiv. In der Vill'schen Stiftung in Bad Neustadt sind bereits drei Todesfälle zu beklagen. Aktuell sind dort 44 Bewohner mit Corona infiziert. Dazu kommen noch 16 Mitarbeiter, die ebenfalls positiv getestet wurden. Somit stammen 14 der bislang insgesamt 40 registrierten Todesfälle sowie 94 der 262 aktuell infizierten Personen aus diesen beiden Einrichtungen. Entsprechend trägt die Entwicklung dort zum hohen Inzidenzwert des Landkreises bei.

Altersdurchschnitt bei 60,4 Jahren

So wurden vom Robert Koch-Institut am Donnerstag (Stand 0 Uhr) wieder 45 Neuinfektionen vermeldet. Die Zahl der bislang infizierten Personen im Landkreis liegt damit nun bei 1738. Da nur 34 Infektionen aus der Statistik fielen, stieg die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis wieder von 119,3 am Mittwoch auf 133,1 am Donnerstag. Die Zahl der Todesfälle liegt unverändert bei 40.

Von den aktuell 262 gemeldeten Infizierten stammen 122 aus Bad Neustadt, 88 sind im Altlandkreis Bad Königshofen gemeldet, 52 Infizierte aus dem Raum Mellrichstadt. Der Altersdurchschnitt der Infizierten liegt nun bei 60,4 Jahren.  

Bei der Auslastung der Intensivbetten am Rhön-Klinikum Campus gibt es am Donnerstag (Stand 12 Uhr) nur geringe Veränderungen im Vergleich zum Mittwoch. Laut dem Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) sind von den insgesamt 133 am Rhön-Klinikum Campus zur Verfügung stehenden Intensivbetten derzeit 13 nicht belegt. Der Anteil der freien Betten an der Gesamtzahl der Intensivbetten beträgt damit 10 Prozent. Die Zahl der mit Covid-19-Patienten belegten Betten sank mit 24 etwas im Vergleich zum Mittwoch (27). Invasiv beatmet werden müssen wie am Mittwoch drei Patienten. Der Anteil der Belegung mit Corona-Patienten an der Gesamtzahl aller Intensivbetten (inklusive Wachstation) betrug am Mittwoch 18,05 Prozent (Mittwoch 20,93).

Blick in die Nachbarlandkreise

Beunruhigend ist weiterhin das Bild beim Blick auf die außerbayerischen Nachbar-Landkreise, auch wenn sich dort die Zahlen weiter leicht nach unten entwickeln (Stand Donnerstag, 0 Uhr) . Im Landkreis Fulda beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz 308,3, was immer noch den Spitzenwert in Hessen bedeutet. Noch ungünstiger sind die Zahlen in Schmalkalden-Meiningen. Auch wenn die Sieben-Tage-Inzidenz hier wieder leicht gesunken ist, beträgt sie immer noch 341,8. Bundesweit den dritten Platz der Negativ-Liste der Inzidenzwerte nimmt Hildburghausen ein. Hier ist der Wert wieder leicht angestiegen und liegt nun bei 487,4. Günstiger bleiben die Zahlen im Nachbarlandkreis Bad Kissingen, wo der Inzidenz-Wert bei 102,7 liegt, in Schweinfurt liegt er mit 96,1 weiter unter der Grenze von 100. In den Haßbergen ist er etwas angestiegen und beträgt nun 162,4.