Stetten

Kuh-Roulette: "Bless" zierte sich ein wenig

Ließ sich diesmal ganz schön Zeit: Kuh „Bless“ beim Rhöner Kuhroulette zum 45. Stetten-Turnier.

Ein Festival der Freundschaft: Das Stetten-Turnier, zu dem sich jedes Jahr am Pfingstwochenende neun Stettens aus ganz Deutschland mit ihren Fußballmannschaften zum sportlichen Wettkampf treffen, ist eine echte Attraktion. Nachdem neun Jahre vergangen waren, kamen die fast 1000 Stettener aus nah und fern zur 45. Auflage wieder in die Rhön. Sie erlebten ein Festwochenende, bei dem sich der TSV Concordia Stetten/Rhön von seiner Sahneseite präsentierte.

"Besser kann man ein Stetten-Turnier nicht machen", diese Lobesworte des ersten Vorsitzenden der Stetten-Turniere, Heinz Albiez, am Montagmittag in der Nachbesprechung im Stettener Sportheim gingen herunter wie Öl. Mit ihrem Motto "Von uns für euch – Ein Fest unter Freunden" hatten sie voll ins Schwarze getroffen.

Für jeden ein Pokal: Die Sieger aus Stetten-Haigerloch (in Grün) werden von den Vertretern der weiteren Teilnehmer ...

Tatsächlich erlebten die Teilnehmer an diesem Pfingstwochenende ein perfekt organisiertes Turnier. Dafür sorgten in dem 1000-Quadratmeter-Zelt mit drei Anbauzelten drei Getränkestände, der Essensstand, der 24-Stunden-Fahrservice zu den Orten im Umkreis, in denen überall Stettener untergebracht waren, die Zelt- und Camping-Plätze und nicht zuletzt die Stettener selbst, die eine ganz besondere Willkommenskultur in der Rhön vermittelten. "Das familiäre Gefühl, das ihr vermittelt habt, werde ich immer mit dem Turnier in der Rhön in Verbindung bringen", schreibt Viola Koblitz aus Stetten-Remstal, die Enkelin des einstigen Gründers der Stetten-Turniere Norbert Koblitz, auf der Stetten-Turnier-Facebook-Seite.

Sturm riss Zelte um

Einen gewaltigen Sturm musste das Stetten-Turnier am Freitagabend erst einmal überstehen. Zahlreiche Zelte auf dem Camping-Platz überlebten die Nacht nicht. So musste eines am nächsten Tag sogar aus einem Baum geborgen werden. Das TSV-Zelt, das als Umkleidezelt für die Fußballer aufgestellt worden war, wurde aus den Ankern gehoben und landete völlig demoliert auf dem Fußballplatz. Auch Feuerwehreinsätze wurden gefahren. „Zum Glück kam niemand zu Schaden“, berichtet Vorsitzender Oliver Zehe.

Doch solch ein Erlebnis schweißt mehr denn je zusammen, was man an den darauffolgenden Fußballtagen spüren konnte. Leidenschaftliche sportliche Wettkämpfe wurden auf dem Fußballplatz zwischen Stetten-Allgäu, -Haigerloch, -Hechingen, -Hohentengen, -Karlstadt, -Mühlheim, -Remstal, und der -Pfalz unter Begleitung zahlreicher Zuschauer ausgetragen.

Haigerloch wurde Sieger

Im Spiel um Platz 3 zwischen Stetten/Remstal und Stetten/Hohentengen wurde das insgesamt 2000 Tor aller Stetten-Turniere erzielt. Ein packendes Finale bestritten Stetten-Haigerloch und Stetten-Karlstadt. In der ersten Halbzeit führte zunächst Stetten-Karlstadt mit 1 : 0, sogar einen Elfmeter vergaben die Haigerlocher. Das Blatt wendete sich jedoch in der zweiten Halbzeit, Stetten-Haigerloch drehte das Spiel und siegte unter riesigem Jubel letztlich mit 4 : 1. „Wir fahren in die Rhön, an Pfingsten ist’s so schön. Wie reisen durch das Land, sind außer Rand und Band. Wir haben den Pokal und feiern maximal, uns kann keiner retten, denn wir sind die Jungs aus Stetten!“, so die Siegesgesänge bei der anschließenden Siegerehrung im Festzelt.

„Die Partyvögel“ sorgten für Stimmung am Samstagabend im Festzelt.

Zeitgleich demonstrierte die Kuh beim „Rhöner Kuhroulette“ auf dem Nachbarplatz echtes Durchhaltevermögen. Vielleicht zierte sie sich angesichts der vielen Zuschauer auch ein wenig. Jedoch wollte die Kuh namens "Bless", die in Stetten lebt, deren Besitzer Matthias Trabert aber aus Roth kommt, lange Zeit tunlichst nicht, ihre von vielen sehnlichst erwartete Notdurft in eines der 625 Felder entrichten. Erst kurz vor dem Abpfiff des Finales erklangen die Jubelrufe ungefähr zeitgleich mit einem Treffer der Stetten-Haigerlocher. So lange gebraucht hatte die Kuh noch nie. Richtig gesetzt hatte Viola Koblitz aus Stetten-Hechingen, die dafür ebenso gefeiert wurde.

Partyvögel in Aktion

Für atemberaubende Stimmung im Festzelt sorgten an den vier Tagen die „Partyvögel“, die Gruppe „Bayernmän“, DJ Tim.B sowie zum Frühschoppen am Pfingstmontag die „Los Krawallos“. Mehr als stolz zeigte sich der erste Bürgermeister der Gemeinde Sondheim Thilo Wehner, dass er die Schirmherrschaft für diese Festveranstaltung übernehmen haben dürfen. Zum politischen Empfang, der genauso wie das Hissen der Europa-Fahne zu den gesetzten Programmpunkten bei einem Stetten-Turnier zählt, kamen nicht nur die Vorsitzenden und Bürgermeister der Gäste aus den acht weiteren Stettens, sondern auch Landrat Thomas Habermann und MdL Sandro Kirchner, um dem Rhöner Stetten-Turnier ihre Hochachtung näher zu bringen. Die intensiven Freundschaften, die Offenheit, die Kameradschaft und der uneingeschränkte Zusammenhalt machten auch dieses Stetten-Turnier aus und zeigten den lebendig werdenden europäischen Gedanken.

Vorsitzender Oliver Zehe (vorne Mitte) und Bürgermeister Thilo Wehner (vorne zw. v.