Mellrichstadt

Kommunalwahl 2020: Warum alles anders war als sonst

Desinfizieren bei der Kommunalwahl - 2020 war das Standard.

Der 15. März 2020 dürfte wohl als einer der ungewöhnlichsten Wahltage in die Chronik der Städte und Gemeinden im Streutal eingehen. Nicht nur die Auszählung der Wählerstimmen beschränkte sich auf den geschlossenen Kreis der Verwaltungen, auch die Bekanntgabe der Wahlergebnisse ließ eher unentwegte Bürger zu den Rathäusern eilen. Und öffentliche Siegesfeiern blieben gänzlich aus, abgesehen von internen Wahltreffen unter Parteifreunden. Weil eben das Coronavirus das ganze Land im Würgegriff  hat.

Die Spannung in Mellrichstadt konzentrierte sich zunächst auf das Ergebnis der Bürgermeisterwahl. Bei drei Kandidaten kein Wunder. Aller Corona-Gefahr zum Trotz wuchs das Interesse der Bürger, die sich im VG-Schloßhof versammelten, zunehmend. Zunächst in gebotener Distanz zueinander, die aber bei der Bekanntgabe des künftigen Chefs im Mellrichstädter Rathaus immer mehr verloren ging. Über alle Gebote hinweg, Händeschütteln und Umarmungen mit Michael Kraus blieben dann auch nicht aus. 

Verzögerungen bei der Auszählung am Wahlabend

Nun, kein Wahlabend ohne zeitliche Verzögerungen. Auch heuer spannte die Auszählung der Stadtratslisten die jeweiligen Kandidaten wie die interessierten Bürger auf die Folter. Selbst bis weit nach Mitternacht stand noch nicht fest, wer künftig in Mellrichstadt mitentscheiden darf. Das lag, so begründete Bürgeramtsleiter Helmut Dietz den Zeitverzug, zum einen an den Briefwahlergebnissen aufgrund der Menge. Ist doch der Aufwand, die Stimmzettel der Briefwähler auszuzählen, höher als beim normalen Urnengang. Zum anderen hatte die kommunalweit verwendete Software in Mellrichstadt wie auch in anderen Gemeinden Probleme bereitet, der Bürgeramtsleiter hatte sie "Programm-technisch bedingte Schwierigkeiten" genannt.

Briefwahlunterlagen noch am Sonntag geordert

Apropos Briefwahl: Üblicherweise müssen Briefwahlunterlagen bis Freitag vor der Wahl um 15 Uhr angefordert werden. Ausnahme: In Krankheitsfällen können noch bis zum Wahlsonntag um 15 Uhr Briefwahlunterlagen geordert und bis 18 Uhr in die Wahlurne abgegeben werden. In Mellrichstadt haben zwei Wahlberechtigte davon Gebrauch gemacht. 

Noch einige Notizen am Rande: Corona-bedingt waren neben den Muster-Wahllisten in den Stimmlokalen an auffälliger Stelle die Hygiene-Empfehlungen des Gesundheitsministeriums platziert. So waren beispielsweise in Wahllokalen Möglichkeiten zum Hände waschen gegeben und Desinfektionsmittel wurden rege genutzt. Ob sich Wähler beim Urnengang mit einem Mundschutz gewappnet hatten, davon ist Bürgeramtsleiter Helmut Dietz allerdings nichts bekannt.