Fladungen

So sieht der Fladunger Kita-Alltag mit Corona aus

Bis auf Weiteres elternfrei: In Fladungen haben nur die Kinder Zutritt zu den Räumlichkeiten.

Das tägliche Leben hat sich aufgrund von Corona stark verändert. Auch in den Kindertagesstätten. Für die Erzieherinnen keine leichte Aufgabe. Wir haben – stellvertretend für die Einrichtungen im Altlandkreis Mellrichstadt – im Haus der Kinder in Fladungen nachgefragt, wie aktuell die Lage aussieht.

Einige Mädchen – in Gummistiefeln und Matschhosen - spielen im Außenbereich, drinnen bahnen sich mehrere Kinder ihren Weg durch "gefährliche Lava" und balancieren dabei auf bunten Stapelsteinen. Ganz normaler Kindergarten-Alltag, irgendwie. Und doch ist alles ganz anders als gewöhnlich.

Kita-Leiterin Carmen Müller-Sidon und ihre Stellvertreterin Christine Streit erklären: "Maske tragen, Fieber messen, lüften, Oberflächen desinfizieren, Hände waschen – das alles gehört jetzt einfach dazu." Und trotzdem: Nach bald zwei Jahren Corona sind alle müde. Die ständigen Veränderungen zehren an den Nerven. "Je länger das Ganze dauert und je mehr Änderungen beschlossen werden, desto mehr nimmt der Stress zu", weiß die Kitaleiterin. Mindestens zweimal die Woche werden dem Personal Corona-Schnelltests angeboten. Die nehmen auch alle in Anspruch. Zudem sei das ganze Team vollständig geimpft und trage immer eine FFP2-Maske.

Kinder haben sich gut eingefunden

Und noch mehr hat sich verändert. Die Eltern kommen nicht mehr mit in die Einrichtung, sondern geben ihre Kinder nur ab. Eigentlich wäre der Zutritt für Geimpfte oder Genesene erlaubt, aber die Fladunger Kita hat die Maßnahme vom Frühjahr beibehalten, weil die Flure im Kindergarten sehr eng sind. An den neuen Ablauf haben sich die Kinder schnell gewöhnt. Die wissen, wie es läuft: Erst Fieber messen, dann Jacke aus, Hausschuhe an und Hände waschen.

Anschließend geht es direkt in die Gruppe. "Wir haben feste Gruppen", erklären die beiden Erzieherinnen. Das bedeutet für die Kinder, dass sie sich nicht frei bewegen dürfen – für das Personal bedeutet es erheblich mehr Planungsaufwand und die Bereitschaft zu ständiger, maximaler Flexibilität. Es gibt feste Turnraumzeiten, abgetrennte Spielbereiche im Außenbereich und jede Gruppe darf auch nur zu festgelegten Zeiten den "Marktplatz", eine Spielecke im Flur, nutzen. 

"Hier wird anschließend alles desinfiziert." Denn auf Hygiene wird selbstverständlich noch mehr geachtet als früher. Das verlange von den Kindern viel Disziplin. Manches geht nicht mehr. Zum Beispiel beim gemeinsamen Frühstück ein Apfelstück gegen eine Weintraube eintauschen oder sich beim Mittagessen selbst bedienen. "Die Mädchen und Jungen haben sich daran gewöhnt", wissen die Erzieherinnen. Sie erinnern sich sogar gegenseitig an die Einhaltung der Regeln. Manches Mal heißt es aber auch: "Corona ist doof!"

Miteinander bleibt auf der Strecke

Am meisten vermissen die Kinder nämlich den Kontakt zu den anderen Gruppen. "Normalerweise dürfen bei uns alle Kinder miteinander spielen. Das macht einen Kindergarten ja auch aus", so Carmen Müller-Sidon. Besonders den Vorschulkindern fehle das gegenseitige Kennenlernen. "Die Kinder kommen in die Schule und sind sich fremd", bedauert Müller-Sidon.

Auch die Eltern bekommen vom Alltag nicht mehr viel mit. Elterngespräche finden zum Teil am Telefon oder online statt. Aber das ersetzt nicht das persönliche Gespräch. "Wir sind dankbar, dass die Eltern trotzdem so gut mitmachen", betonen die Einrichtungsleiterinnen. Aktuell würde auch wieder die Nachfrage nach Berechtigungsscheinen steigen, die in der Apotheke kostenlos eingelöst werden können. Dort bekommt man dafür zehn Corona Test-Kits. Die Durchführung eines solchen Corona-Selbsttest ist zwar freiwillig und keine Voraussetzung für den Besuch der Einrichtung, wird vom Kindergarten aber begrüßt.

Dass es gerade recht gut laufe, liege demnach auch an den Eltern. "Insgesamt gehen alle mit der aktuellen Situation sehr verantwortungsbewusst um", berichten Carmen Müller-Sidon und Streit. Gemeinsam habe man den Wunsch, dass die Kinder gut durch diese außergewöhnliche Zeit kommen. Dafür gebe das gesamte Team jeden Tag alles. "Wir hoffen, dass irgendwann wieder Normalität einkehrt", so Christine Streit abschließend. Dann wird auch wieder mehr Singen möglich sein, was zum Bedauern der Erzieherinnen und Kinder aktuell leider viel zu kurz komme beziehungsweise nur mit viel Abstand möglich sei.

Schilder am Eingang des Fladunger Haus für Kinder weisen auf die aktuell wegen Corona gültigen Regeln hin.