SKI NORDISCH BAYERISCHER SCHÜLERCUP

Durch die Lüfte im goldenen Herbst

Jannis Kansog vom WSV Oberweißenbrunn bei seinem Sprung von der K-16-Schanze.

Die Sprungschanzen der Kreuzbergarena schienen fast noch im Schlaf zu liegen, als die ersten jungen Skiadler über sie hinweg sprangen. Die Sonne blitzte erst zaghaft durch die Bäume, denn am Sonntagmorgen startete das Skispringen des Bayerischen Schülercups bereits um neun Uhr auf der K-50-Schanze. Der Ablauf des Wettkampfes war anders als in den letzten Jahren und begann am Samstagnachmittag nach dem dreistündigen Sprunglauftraining bereits mit dem Crosslauf.

Geänderter Ablauf

Der Bayerische Skiverband (BSV)hatte den Ablauf dieses Jahr umgestellt, was auch von einigen Trainern begrüßt wurde. So konnten sich die jungen Sportler dieses Mal durch den Massenstart mit denen ihrer Altersklasse auf der Laufstrecke durch den Wald messen, anstatt nach der Gundersen-Methode in Zeitabständen auf die Runde zu starten. Auch der Trainer der Rhönadler, Maximilian Lange, wertete es als Vorteil für starke Läufer, für die das mühsame Überholen der schwächeren Läufer auf der teils schmalen Strecke entfällt. Seine Schützlinge freuten sich, dass sie einen Wettkampf auf ihren Hausschanzen absolvieren durften, die sie durch das Training gut kennen.

Von ursprünglich 94 gemeldeten Springern waren 84 Teilnehmer aus dem Bayerischen Skiverband am Start. Springer aus den Nordverbänden hatten sich diesmal nicht eingefunden, da in Thüringen an diesem Wochenende ebenfalls Sprungveranstaltungen stattfanden. Die Schüler im Alter von acht bis 16 Jahren fanden wieder hervorragende Bedingungen vor.

Das Herbstlaub leuchtete bei der Siegerehrung mit den strahlenden Kinderaugen um die Wette, als die jungen Skiflieger Medaillen und Pokale in Empfang nahmen. Für die Schanzenanlage, die Laufstrecke und den Ablauf gab es großes Lob von den Gästen für die ausrichtenden Vereine RWV Haselbach und WSV Oberweißenbrunn.

Deren Bemühungen um den Skisprung wurden dieser Tage belohnt, indem sie vom Deutschen Skiverband (DSV) zum „Talentpunkt Nordisch Sprung“ ernannt wurden, einem von deutschlandweit 240 Talentpunkten, die den Skinachwuchs fördern möchte. Voraussetzungen hierfür sind beispielsweise ein Verein oder eine Trainingsgemeinschaft mit einer leistungssportlichen Orientierung in der Ausbildung der Kinder, Teilnahme an Wettkämpfen, Ausrichten eigener Wettkämpfe und „engagiertes“ Ehrenamt. Das alles ist im Trainingsverbund der Rhöner Vereine RWV Haselbach und WSV Oberweißenbrunn vorhanden, wie sich vor wenigen Wochen die Entscheidungsträger von DSV und BSV überzeugten.

Sepp Buchner, seines Zeichens Cheftrainer Nachwuchs im Bereich Skisprung und Nordische Kombination des DSV, und Dominik Feldmann, stellvertretender Geschäftsführer und Sportkoordinator des BSV, trafen sich mit den Verantwortlichen der beiden Vereine vor Ort, begutachteten die Schanzenanlage und informierten sich über Trainingsbedingungen der jungen Rhönadler. Wichtig für die Vereine ist es, dass an den Titel „Talentpunkt Rhönadler“ auch eine finanzielle Förderung gekoppelt ist, um gezielt den Nachwuchs zu fördern.

Auszug aus der Ergebnisliste

Schüler S9/S10 weiblich: 1. Noemi Hermann (WSV Reit im Winkl) 427,7 Punkte; 2. Lisa Feicht (WSV Kiefersfelden) 415,5; 3. Anna Chlebowy (WSV Oberweißenbrunn) 395,3.

Schüler S9/S10 männlich: 1. Nikolai Holzer (WSV Oberaudorf) 494,4; 2. Brett van Schijndel (SC Partenkirchen) 437,7; 3. Quirin Wegerbauer (WSV-DJK Rastbüchl) 435,7; ... 5. Janis Kansog (WSV Oberweißenbrunn) 431,1.

Schüler S12/S13 weiblich: 1. Christina Feicht (WSV Kiefersfelden) 439,0: 2. Sina Kiechle 438,9; 3. Sofia Eggensberger (beide SC Oberstdorf) 433,9; ... 10. Marlene Günther (WSV Oberweißenbrunn) 325,0.

Anna Chlebowy (rechts) vom WSV Oberweißenbrunn erreichte in der S 9/S 10 weiblich den 3.
Bei herrlichem Herbstwetter gingen die Schülerinnen und Schüler beim bayerischen Schülercup auf den ...