HANDBALL BAYERNLIGA

In die Freude mischt sich Erstaunen

Alles andere als leicht hatte es der HSC Bad Neustadt beim 24:19-Sieg gegen die SG DJK Rimpar II (links Tino ...

Der 24:19-(10:10)-Heimsieg gegen die SG DJK Rimpar II könnte für die Rotmilane des HSC Bad Neustadt von entscheidender Bedeutung im Kampf um die Meisterschaft der Handball-Bayernliga gewesen sein. Zum einen wurde der Abstand zu den Jungwölfen vergrößert, zum anderen konnten sie nach dem Abpfiff mit Freude und einigen Erstaunen konstatieren, dass sämtliche direkte Konkurrenten Federn gelassen hatten. Vor allem die 23:24-Niederlage des Tabellenzweiten DJK Waldbüttelbrunn in Rothenburg kommt einer Sensation gleich. Sie wäre aus Sicht der Unterfranken aber zu vermeiden gewesen, hätten sie nicht sieben ihrer neun Siebenmeter vergeigt.

In dieser Hinsicht bekleckerten sich am Samstagabend aber auch die Bad Neustädter in der fast ausverkauften Bürgermeister-Goebels-Halle nicht mit Ruhm: Maximilian Drude, Gary Hines und Ioannis Fraggis fanden bei ihren drei Versuchen im starken Gäste-Keeper Markus Leikauf ihren Meister. „Das ist natürlich verbesserungswürdig“, sagte HSC-Coach Chrischa Hannawald, der wie im Vorfeld prognostiziert seine Schützlinge vor einer harten Arbeit sah.

Neun Minuten ohne Tor

Wie vergangene Woche in Friedberg kamen die Gastgeber nicht wie gewünscht ins Spiel, sie machten sich das Leben durch technische Fehler und unerklärliche Fehlpässe selbst schwer. Nachdem sie Julian Bötsch, der Kapitän stand 60 Minuten auf der Platte und zeigte sich am gegnerischen Kreis sehr abgeklärt, mit 2:1 in Front gebracht hatte (2.), dauerte es bis zum nächsten Treffer des HSC geschlagene neun Minuten, Bötsch netzte zum 3:3-Ausgleich ein. In dieser Phase war es aus Sicht des Tabellenführers gut, dass Nick Weber sich reaktionssicher präsentierte und die als torgefährlich erwarteten Rückraumakteure der DJK, Felix Karle und Nicolas Gräsl, erste Probleme mit der hochgewachsenen HSC-Deckung bekamen. „Da war Bad Neustadt eindeutig im Vorteil“, sagte Rimpars Coach Janko Skribic, „vor allem in der zweiten Halbzeit wurden etliche unserer Würfe abgeblockt“.

Rimpar kontert erfolgreich

Dass die Grün-Weißen nach einer Viertelstunde mit 8:5 in Front lagen, verdankten sie den Paraden ihres zweitligaerfahrenen Torwarts, der nach bravourösen Abwehraktionen die konterstarken Benedikt Gräsl und Julius Weinhardt auf die Reise schickte. Doch binnen fünf Minuten egalisierten die Saalestädter den Rückstand durch Treffer von Hines, Linus Dürr und Drude. In der 20. Minute feierte Krisztian Galli seine Heimpremiere, konnte aber nicht verhindern, dass nach zwei Weinhardt-Toren neuerlich einem Rückstand (8:10) hinterhergerannt werden musste. Das Pulver der Grün-Weißen war bis zur Pause allerdings verschossen, die Versuche von Karle, Nicolas Gräsl und Weinhardt landeten in den Händen von Weber oder im Fangnetz.

Appell zu mehr Konzentration

Drude und Konstantin Singwald, der in der Deckung stark agierte und sich immer wieder Karle gekonnt gegenüberstellte, schafften noch vor dem Kabinengang den Ausgleich, die mögliche Führung verpasste Hines bei einem Strafwurf. Was der HSC-Coach seinen Mannen in der Umkleide erzählt hat, ist nicht überliefert. Aber es dürfte ein Appell zu mehr konzentriertem Spiel gewesen sein. Denn die Rot-Weißen bestimmten zunächst das insgesamt faire Match: Fraggis, Hines und Galli sorgten rasch für eine 13:10-Führung. Diese wurde nach Leikauf-Paraden wieder verspielt, doch nach dem 13:13 legten die Hausherren wieder einen Zahn zu und erwarfen sich einen neuerlichen Drei-Tore-Vorsprung.

„Ab da hat unsere Abwehrarbeit zunehmend besser funktioniert“, sagte Hannawald. „Leider“, bestätigte sein Gegenüber, dessen Schützlinge nicht mehr zum Ausgleich kommen sollten. Ein weiteres Plus der Heimsieben war, dass Felix Schmidl, der in der letzten Viertelstunde zwischen den Pfosten stand, sich sofort bärenstark präsentierte. So kochte er Benedikt Gräsl bei einem Konter ab. Schmidl sowie die „Blocker“ Singwald, Bötsch und Hines zwangen in der Endphase die Rimparer zu Verzweiflungswürfen. Benedikt Gräsl ließ die vielen mitgereisten Gäste-Fans mit seinem Anschlusstreffer zum 17:18 noch einmal hoffen, doch vier HSC-Treffer in Folge ließen den Traum auf einen Punktgewinn platzen.

Die Schlussminuten waren von Hektik geprägt, die nun offene Manndeckung der DJKler führte zu Ballverlusten der Gastgeber, was der Kontrahent aufgrund von unkonzentrierten Abschlüssen aber nicht zu nutzen wusste. „Der HSC hat natürlich nach einem gutklassigen Spiel, das den Zuschauern Spaß bereitet haben dürfte, verdient gewonnen. Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft trotz der Niederlage aber zufrieden, sie hat alles versucht und gekämpft“, sagte Skribic, „wenn wir eine solche Leistung wiederholen, werden wir zukünftig punkten“.

Warnung für den HSC

Zukünftig punkten will natürlich auch Hannawald: „Ich bin nach diesem Spiel einfach froh, dass wir zwei weitere Punkte auf dem Konto haben.“ Sein Dank galt den Rothenburgern, „die wohl toll gegen die Waldbüttelbrunner gegengehalten haben“. Die Punktverluste der Verfolger sieht er aber als Warnung für seine Mannen an: „Das Spiel am kommenden Wochenende in Regensburg wird wieder kein einfaches, weil wir wieder unter Druck stehen.“

Die Statistik des Spiels

Handball: Bayernliga

HSC Bad Neustadt –

SG DJK Rimpar II 24:19 (10:10)

Bad Neustadt: Weber (bis 44.), Schmidl – Galli 2, Dürr 1, Fraggis 4, Bötsch 6, Hines 5, Singwald 1, Drude 4, Kalliske, Leskovec 1.

Rimpar: Leikauf, Hruschka (n. e.) – Fischer 1, Hofmann, Keidel 1, Mohr, Karle 2, Henning, B. Gräsl 6, N. Gräsl 3, Huber, Wirth 1, Weinhardt 5/2.

Schiedsrichter: Grimm/Müller (Cadolzburg).

Siebenmeter: 3/0:2/2.

Zeitstrafen: 4:6 Minuten.

Zuschauer: 902.

Spielfilm: 2:3 (10.), 4:6 (15.), 6:8 (20.), 9:10 (25.), 10:10 (30.) – 12:10 (35.), 14:13 (40.), 17:15 (45.), 18:16 (50.), 21:17 (55.), 24:19 (60.).