Rhön-Grabfeld-Cup

Bemerkenswerte Beobachtungen beim Kön.iG-Lauf

Fröhlich durchs Ziel nach 20  plus 11 Kilometer lief diese Hollstädter Gruppe mit Manuela Greier (von links), Tanja Dietrich, Dietmar Werner und Wolfgang Dietrich.  Foto: Rudi Dümpert

Es ist schon irgendwie spannend und bewundernswert, wie die vormals etablierten Veranstalter des Rhön-Grabfeld-Cups (RGC) der Pandemie trotzen, so auch der harte Kern der Laufabteilung des TSV Bad Königshofen. In irgendeiner Form ohne Wertung für eine Endwertung hatten auch die Hauptorganisations-Familien Schmitt und Herold zum Kön.iG-Lauf eingeladen. Und 191, "doppelt so viele wie im letzten Jahr", so die Aussage von Oliver Schmitt, waren gekommen. Natürlich vergleicht er "mit den anderen Vereinen, die in den letzten Monaten mehr hatten. Bei uns hat es halt, bedingt durch andere Laufveranstaltungen und Marathon-Vorbereitungen vieler potenzieller Teilnehmerinnen und Teilnehmer, bei einigen nicht in deren Vorbereitungsprogramm gepasst und sie sind weggeblieben. Vor Corona hatten wir 300 und mehr Starterinnen und Starter."

Allein laufen ist nicht so ihr Ding

Was Schmitt etwas enttäuschte, war, dass relativ wenige Kinder und Jugendliche teilnahmen. Da machte ihm diese Statistik schon mehr Freude: "Der Älteste war 86, der Jüngste drei Jahre alt." Aus Bad Königshofen selber waren es 26 Starterinnen und Starter und "insgesamt sind 1500 Kilometer gelaufen worden. Der Altersdurchschnitt war mit 56 Jahren doch sehr hoch, weil so wenig Kinder dabei waren. Die wollen halt doch eher ihre Wettkämpfe haben und die Gemeinschaft. Die Erwachsenen organisieren sich mehr in Gruppen. Das klappt bei den Kleinen nicht so. Und allein laufen ist nicht so ihr Ding. Das ist aber kein spezielles Königshöfer Problem."

Viele setzten sich ihren eigenen Anreiz mithilfe der modernen, eigenen Zeitmesstechnik. Was diesbezüglich das Durchschnittstempo betrifft, machte den meisten auf der 11-km-Runde die Besteigung des Brachbergs vom Haubachsee zwischen Bad Königshofen und Aubstadt einen Strich durch die Rechnung.

Wenn man, wie die Schmitts und die Herolds, zwei Tage lang je acht Stunden inklusive Vorbereitungs- und Aufräumzeit mit den Lauffreaks zu tun hat und sich gegenseitig gut kennt, "macht man schon bemerkenswerte Beobachtungen." Dazu gehörte zum Beispiel die zehnköpfige Saaler Laufgruppe, die sich für Sonntag den München-Marathon vorgenommen hatte, Bad Königshofen aber auch mitnehmen wollte. Sie starteten nicht innerhalb der je sechs Stunden am Samstag oder Sonntag, sondern nutzten am Freitagabend den RGC-Lauf als letzte Vorbereitung für den sonntäglichen Marathon.

Oliver Schmitt (von links), Kerstin Schmitt und Renate Herold sowie ihr Mann Günter sorgten mit Unterstützung weiterer Helfer für die Organisation der Veranstaltung. Foto: Rudi Dümpert

Sportliche Hollstädter Gruppe

Oliver und Kerstin Schmitt hatten eine 11-, eine 6-, 2-, 1-km-Strecke und eine 400-m-Runde, die letzten drei für Kinder und Jugendliche, ausgesucht und markiert wie bei einer Schnitzeljagd. Die Hollstädter Gruppe nutzte am Samstag die Veranstaltung sogar dazu, insgesamt 30 Kilometer zu laufen. Sie legte die 20-km-Anfahrt von Hollstadt nach Bad Königshofen im sportlichen Lauftempo zurück und ging nach der Anmeldung am TSV-Sportheim sofort auf die 11-km-Runde. Und beim Zieldurchlauf strahlten sie mit der Oktober-Sonne um die Wette. Auch der Ipthäuser Frank Mauer bezog den RGC-Lauf in seine Marathon-Vorbereitung mit ein. Zwei Wochen später will er in München den sogenannten Bestzeit-Marathon laufen. Bestzeit deshalb, weil er in der Nacht, in der die Uhr um 2 Uhr zurückgestellt wird, stattfindet und rein theoretisch eine Stunde weniger gebraucht wird.

Wenn Oliver Schmitt die Streckenführung beschreibt, tut er das nicht geografisch und nicht topografisch. Er lässt vielmehr, "wenn man den Brachberggipfel hinter sich hat", den Blick schweifen "von den Gleichbergen über die Stadt Bad Königshofen, das strahlende Sternberger Schloss, hinüber zum Judenhügel, der ersten Erhebung der Haßberge, bis zu den Rhön-Gipfeln. Wenn man noch Luft hatte und das Auge dafür." Vergleichbares hat Saal denn auch zu bieten. Dort findet der letzte RGC-Lauf dieses Jahres vom 22. bis 24. Oktober statt.