LOKALSPORT: KINDERTURNEN

Die Kinder lieben das „Gabi-Turnen“

Gabi Straub leitet seit 22 Jahren das Kinderturnen, besser bekannt als „Gabi-Turnen“, beim FSV Hohenroth.

Zu den vielen engagierten lizenzierten Übungsleiter/innen im Landkreis Rhön-Grabfeld gehört Gabi Straub vom FSV Hohenroth. Ihre Begeisterung und die Freude im Umgang mit den vier- bis sechsjährigen Mädchen und Jungen ist auch am Telefon spür- bzw. hörbar. Umso mehr bedauert sie die augenblickliche Situation. „Aber es ist definitiv notwendig“, hat sie vollstes Verständnis dafür, dass die Sporthallen wegen der Corona-Pandemie für die Vereine gesperrt sind. „Zu mir kommen ja Kinder aus verschiedenen Kindergärten und Orten.“ Sie weiß aber auch, dass die Kinder die Bewegung unbedingt brauchen.

Und sie weiß, wovon sie spricht, nachdem sie dieses Ehrenamt seit 22 Jahren ausübt. Nach der ersten Pandemie hatte das Kinderturnen gerade wieder so richtig Fahrt aufgenommen. Angesichts des Andrangs hatte sie die große Kinderschar (knapp 50) statt wie früher in zwei nun in vier Gruppen mit jeweils zwölf Kids aufgeteilt, die montags und freitags ihrem Bewegungsdrang freien Lauf lassen konnten. „Und jetzt müssen wir schon wieder aufhören.“

Kinderturnen? Den Begriff kennen im übrigen in Hohenroth die wenigsten. Wenn die Eltern ihre Söhne und Töchter in die Turnhalle der Irena-Sendler-Schule bringen, ist vielmehr „Gabi-Turnen“ angesagt. Längst ein geflügeltes Wort in und um Hohenroth herum. Auch das Gesundheitsamt weiß Bescheid, lacht Gabi Straub. Für die sogenannte Schuleingangsuntersuchung der künftigen Abc-Schützen, wird nämlich in der Turnhalle schon mal das Hüpfen und Balancieren auf einem Bein geübt. „Das kannst du aber gut.“ Auf dieses Lob des Schularztes antwortete ein schlagfertiges Kind mit „Das hab' ich beim Gabi-Turnen gelernt.“ Und klärte den Doktor gleich auf. Gabi Straub kann auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Entsprechend vielseitig und abwechslungsreich laufen die Übungsstunden ab, in denen Spielen, Bewegen und Lernen von Fertigkeiten an, mit und ohne Materialien/Geräte (Bälle, Klein- und Großgeräte und vieles andere mehr) angesagt ist. Sie orientieren sich an den motorischen Hauptbeanspruchungsformen wie Koordination, Motorik, Beweglichkeit, Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer.

Feste Regeln

Das Ritual ist das gleiche und dennoch abwechslungsreich: zunächst heißt es sich aufwärmen, dabei kommen Bälle, Reifen oder Kirschkernsäckchen zum Einsatz. In „Phase zwei“ begeistert Gabi Straub „ihre“ Kinder mit verschiedenen Übungen, auch Partnerübungen. Und zum Ende hin toben sich die Kids zum Beispiel beim „Schwarzen Mann“ so richtig aus. Auf der Beliebtheitsskala ganz oben steht „Wechsel den Teich“ – ein Spiel mit Reifen in Anlehnung an die „Reise nach Jerusalem“.

Wie man eine solch mitunter lautstarke „Meute“ bändigen kann? Für Gabi Straub kein Problem. „Es gibt feste Regeln und manchmal auch klare Ansagen.“ Ob die 63-Jährige, Mutter von vier Kindern und sechsfache Oma, schon mal ans Aufhören gedacht hat? „Na ja“, sagt sie mit einem Schmunzeln. Die Antwort nehmen ihr andere ab. „Wenn ich meinen Enkel vom Kindergarten abhole, werde ich oft gefragt: ,Wann ist wieder ,Gabi-Turnen'“? Und dass ihr viele, eben auch die Kinder, auf der Straße mit „Hallo Gabi“ begegnen, veranlasst sie zu der Feststellung: „Dann kann ich nicht alles falsch gemacht haben“.

Und für sie das Wichtigste, auch nach 22 Jahren: „Es macht einfach Spaß.“ Mit „echt gut, unser Sohn freut sich jedes Mal auf das Gabi-Turnen“, drückt eine Mutter ihre große Zufriedenheit aus.