Fußball:

Ein Club-Trainer für den Rhöner Fußball-Nachwuchs

Lukas Fuchs (Zweiter von rechts) ist seit vier Jahren im Nachwuchsleistungszentrum des 1.

Es ist ordentlich Betrieb auf dem Heustreuer Sportplatz. Gut 50 Kinder im Alter von elf bis 14 Jahren sind an diesem Sonntagvormittag im Oktober eifrig am Trainieren. Aufgeteilt sind sie in vier Gruppen, wo sie unter der Anleitung ihrer Heimtrainer unterschiedliche Passübungen ausführen. Die Kleidung der Spieler und Betreuer verrät, dass diese nicht nur aus Heustreu und von den weiteren drei beteiligten SG-Vereine TSV Hollstadt, TSV Unsleben und RSV Wollbach kommen. Mit dabei sind vielmehr auch Nachwuchsspieler der SG Unterweißenbrunn, SG Salz/Mühlbach, SG Herschfeld, JFG Oberes Streutal, SG Brendlorenzen und SG Burglauer.

Bernd Hemmert vom TSV Heustreu initiiert das Projekt

Doch was steckt hinter diesem groß angelegten Jugendtraining? "Das Ganze ist ein Projekt. Wir wollen versuchen, das Training in den kleinen Heimatvereinen noch attraktiver zu gestalten", erklärt Initiator Bernd Hemmert vom TSV Heustreu. In jedem Verein gebe es immer wieder besonders talentierte Spieler, die aber schnell zu größeren Vereinen abwandern. "Prinzipiell ist dagegen auch nichts zu sagen. Allerdings wird es für uns dadurch immer schwieriger - vor allem wenn drei oder vier Spieler eines Jahrganges auf einmal wechseln - in allen Altersklassen Jugendmannschaften zu stellen", sagt Hemmert. Daher will er gemeinsam mit anderen Vereinen aus dem Landkreis eine Fördermannschaft aufbauen.

"Wir suchen nun erstmal aus allen Vereinen die 15 stärksten und talentiertesten Spieler aus." Im nächsten Schritt werden sich diese dann zweimal im Monat an wechselnden Orten treffen und zusammen trainieren. Gleichzeitig sollen die Nachwuchsspieler aber weiterhin in ihren eigenen Vereinen trainieren und spielen. "Das Ganze ist ein Zusatzangebot. Die besten Spieler müssen dadurch nicht mehr zwangsläufig sofort den Verein wechseln und werden dennoch speziell gefördert", hofft Hemmert. Trainieren wird diese Fördermannschaft Lukas Fuchs, der seit einigen Jahren im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) des 1. FC Nürnberg arbeitet.

Lukas Fuchs: Engagierter Trainer mit Rhöner Wurzeln

Fuchs hat seine Wurzeln im Landkreis Rhön-Grabfeld, wuchs in Braidbach auf und spielte viele Jahre für die TSG Bastheim. Nach seinem Abitur verschlug es ihn zum Studium der Sportwissenschaften nach Jena, ehe er seit mittlerweile vier Jahren beim 1. FC Nürnberg tätig ist. Beim Club hat der 29-Jährige u.a. das Schülerprojekt 1. FC Nino aufgebaut. "Hier trainieren wir im Jahr ca. 5.500 Kinder. Es geht dabei aber nicht ums Scouting talentierter Kinder, sondern darum, die Lust an der Bewegung zu wecken", erklärt Fuchs. Obwohl er nur noch unregelmäßig in die alte Heimat kommt, ist der Kontakt in die Rhön nie ganz abgerissen.

Als Bernd Hemmert ihm von seinen Überlegungen erzählte, war Fuchs gleich begeistert. "Ich finde die Idee, talentierte Jungs und Mädels in den Vereinen extra zu fördern, überragend. In meiner Jugend hätte ich mir so etwas auch gewünscht", sagt Fuchs. Bei dem ersten Sichtungstraining in Heustreu ist er dann auch gleich engagiert bei der Sache, geht von Trainingsgruppe zu Trainingsgruppe und sammelt erste Eindrücke. Mit den 15 ausgewählten Spielern wird er dann in Zukunft zweimal im Monat gesondert trainieren. Spiele gegen andere Teams wird diese Fördermannschaft aber vorerst noch nicht absolvieren. "Zunächst wird erst einmal nur trainiert. Im Sommer könnten dann eventuell Spiele gegen attraktive Gegner oder auch die Teilnahme an Turnieren folgen", erklärt Hemmert.

Fördermannschaft auch in den Altersklassen U9/U11 angedacht

Die ersten Eindrücke stimmen ihn auf jeden Fall schon einmal positiv. "Es ist schön zu sehen, dass so viele Vereine mit im Boot sind. Wir sind aber auch jederzeit offen für weitere Vereine." So zeigen sich beispielsweise auch der VfR Bischofsheim und die 1. JFG Rhön interessiert. Im nächsten Jahr soll dann eventuell auch eine Fördermannschaft aus den Altersklassen U9/U11 gebildet werden. "Wir schauen jetzt aber erst einmal, wie das Projekt bei der U13/U15 läuft. Zu verlieren haben wir ja nichts", meint Hemmert.