Handball

Erwartungen und Ziele der Rhön-Grabfelder Teams in der neuen Handball-Saison

Auf Rückraumspielerin Stephanie Johannes (rechts) muss der TSV Mellrichstadt in der neuen Saison vorerst verzichten. Foto: Anand Anders

Eine lange Durststrecke liegt hinter den Handballerinnen und Handballern in Unterfranken. Im Frühjahr 2020 wurde zunächst die laufende Saison abgebrochen und als es im Herbst des letzten Jahres wieder los ging, war nach wenigen Wochen auch schon wieder Schluss. Während der HSC Bad Neustadt bereits Anfang September in der 3. Liga in die neue Saison startete, kommen an diesem Wochenende auch die zweite Mannschaft des HSC Bad Neustadt, die Frauen und Männer des TSV Mellrichstadt sowie die Frauen des VfL Sportfreunde Bad Neustadt zum Einsatz. Wir beleuchten, wie die spielfreie Zeit überbrückt wurde, wie die Vorbereitung lief, welche personelle Veränderungen es gibt und welche Ziele die Teams für die neue Runde haben.

HSC Bad Neustadt II

Die zweite Mannschaft des HSC Bad Neustadt geht erneut in der Bezirksoberliga an den Start, die diesmal in zwei Staffeln aufgeteilt wurde. Für leichte Verwunderung sorgte, dass der HSC überwiegend auf Teams aus dem Großraum Würzburg/Kitzingen trifft. Der FC Bad Brückenau oder der MHV Schweinfurt spielen hingegen in der Staffel B. Im großen und Ganzen gleich geblieben ist hingegen der junge Kader des HSC Bad Neustadt II, der durch die Rückkehr von Torjäger Jamie Wagenbrenner verstärkt wurde. Nils Thomas, der Trainer des HSC, baut natürlich auf dessen Tore und wird auch selbst auf der Torhüterposition aushelfen, wenn Not am Mann ist. Das könnte aufgrund der berufs- und studienbedingten Personalprobleme öfters der Fall sein. Nicht mehr zur Verfügung steht Christopher Früh, der in den Kader der ersten Mannschaft aufgerückt ist.

Trainer Nils Thomas (im Bild) will nur noch im Notfall beim HSC Bad Neustadt II zwischen den Pfosten stehen. Foto: HSC Bad Neustadt/Tim Rathgeber

"Wir wollen möglichst früh mit dem Abstieg nichts zu tun haben", gibt Thomas die Devise aus. Während der Corona-bedingten Spielpause zeigte sich, dass der HSC mit der Zeit geht: Es wurde zeitweise online trainiert, was aber das normale Training nicht ersetzen konnte. Das reguläre Mannschaftstraining begann dann Anfang Juni. Die Trainingsbeteiligung bezeichnete Thomas als "mäßig, da einige Spieler im Urlaub waren". Zunächst wurden die Grundlagen gelegt und die Kondition trainiert. Auch zwei Freundschaftsspiele wurden absolviert, wobei man gegen den MHV Schweinfurt knapp verlor und gegen den TSV Mellrichstadt mit 25:21 gewann. An diesem Samstag gastiert der HSC Bad Neustadt II zum Saisonauftakt in der nur sieben Teams umfassenden Staffel A in Rödelsee.

VfL Sportfreunde Bad Neustadt

Auch die Frauen des VfL Sportfreunde Bad Neustadt gehen in der neuen Saison wieder in der Bezirksoberliga an den Start. Trainerin Birgit Gerbig gibt den Klassenerhalt als Saisonziel aus. Im Großen und Ganzen ist das erfahrene Bad Neustädter Team gleich geblieben. Beim VfL trifft Erfahrung auf jugendlichen Elan. "In unserer Region ist beim Kader die Marke Eigenbau ausschlaggebend", unterstreicht Gerbig. Nachwuchsarbeit ist angesagt und die funktioniert. So konnte sie ihren Kader mit vier A-Jugendlichen vergrößern. Mit der Trainingsbeteiligung in der Vorbereitung zeigte sich Gerbig zufrieden. "Das passt!"

Während der Spielbetriebspause wurde beim VfL in Eigenverantwortung trainiert, die körperliche Fitness war quasi Pflichtprogramm. Anfang September haben die VfL-Frauen dann mit dem regulären Training begonnen. Dabei wurde viel mit dem Ball trainiert. "Da bestand Corona-bedingt natürlich Nachholbedarf", erläutert Gerbig. In der Bezirksoberliga messen sich die VfL-Frauen gleich mit zehn weiteren Teams, wobei vor allem die Derbys gegen den FC Bad Brückenau und die SG Garitz/Nüdlingen mit Spannung erwartet werden. Doch zunächst steht für den VfL Sportfreunde Bad Neustadt am Samstag das Heimspiel (14.30 Uhr) gegen die HSG Pleichach II an.

TSV Mellrichstadt Männer

Was wäre die Handballabteilung des TSV Mellrichstadt ohne Ditmar Piechulek und Steffen Fiedler? Beide sind wegen ihres großen Engagements seit Jahren beim TSV unverzichtbar. Mitte Juni haben die Handballer des TSV Mellrichstadt unter Coach Ditmar Piechulek mit dem Training begonnen. Am Anfang standen spielerische Elemente im Fokus und zunächst konnte auch nur im Außenbereich trainiert werden. Erst Mitte Juli stand die Mellrichstädter Dreifachturnhalle für das Training wieder zur Verfügung. Ballgewöhnung und Wurftraining standen im Vordergrund, wobei möglichst kontaktlos agiert wurde. Das ist natürlich schwierig, da Handball ohne Körperkontakt nicht auskommt. Als Saisonziel gibt Ditmar Piechulek den dritten bzw. vierten Platz aus. Die neue, eingleisige Bezirksliga mit zehn Mannschaften sei schwer einzuschätzen. Die Teams aus Höchberg (erster Gegner am Samstag) und die TG Würzburg zählt der TSV-Coach zu den Favoriten. Zudem schätzt Piechulek Vereine, die aus der Bezirksliga Süd neu hinzukommen stärker ein als jene aus der Nord-Staffel, in der der TSV Mellrichstadt zuletzt agierte.

Ditmar Piechulek (im Bild) peilt mit der Männer-Mannschaft des TSV Mellrichstadt in der Bezirksliga einen Platz unter den ersten Vier an. Foto: Steffen Krapf

Rückraum-Shooter Johannes Will steht dem TSV studienbedingt nur noch begrenzt zur Verfügung. Schmerzhaft ist auch der Abgang von Keeper Sebastian Sender, der in den letzten Jahren zu den besten Torhütern in der Bezirksliga zählte und nun nach München zieht. Mit Thomas Bieber feiert hingegen ein anderer Keeper sein Comeback beim TSV Mellrichstadt. Auch die intensive Jugendarbeit macht sich in Mellrichstadt bezahlt. So sollen die A-Jugendlichen Timo Schneider, Patrick Pfeiffer, Max Weber und Tobias Blum in die erste Mannschaft integriert werden. Dieses Quartett hat bereits vielversprechende Leistungen in der Jugend gezeigt. "Sie sind technisch gut ausgebildet", betont Piechulek. In der Vorbereitung verlor sein Team gegen den HSC Bad Neustadt II und gewann gegen Neuhof. Gegen den ESV Lok Meiningen gab es sowohl einen Sieg als auch eine Niederlage.

TSV Mellrichstadt Frauen

Eine schwierige Saison steht der Mellrichstädter Frauenmannschaft in der Bezirksliga bevor. Coach Steffen Fiedler macht vor allem die dünne Spielerdecke zu schaffen. Leistungsträgerin Sabine Schreiner wechselte zum TSV Waigolshausen, auch auf Stephanie Johannes und Isabel Trott, die sich beide im Mutterschutz befinden, muss Fiedler verzichten. Mit den Nachwuchsspielerinnen Julia Lenz und Lisa-Marie Then rücken hingegen zwei neue Spielerinnen in den Kader auf. "Sie sind noch jung und brauchen Zeit", macht Fiedler klar und betont weiter: "Die Personaldecke ist noch dünner als in den letzten Jahren."

In der Vorbereitung konnte kein einziges Mal mit mindestens sieben Spielerinnen trainiert werden. Saisonziel könne deshalb nur der Klassenerhalt sein. Um dieses Ziel zu erreichen, werden nach Fiedlers Worten Moral und Teamgeist benötigt. Das reguläre Training begann bereits Ende Mai. Zu Beginn wurde viel Wert auf Ballgewöhnung und Stabilisation gelegt, zudem stand die Erlangung der Grundfitness im Mittelpunkt. Gleich das erste Heimspiel an diesem Samstag (19.30 Uhr) gegen den SV Michelfeld könnte für das Team schon richtungsweisend sein.