Tischtennis: Bundesliga

In welche Richtung geht es für den TSV Bad Königshofen in der Rückrunde?

Im Hinspiel unterlag Filip Zeljko gegen den Vizeweltmeister aus Bremen Mattias Falck (rechts) mit 1:3. Foto: Rudi Dümpert

Beim Auswärtsspiel des TSV Bad Königshofen in der Bremer Klaus-Dieter-Fischer-Halle betritt an diesem Sonntag (15 Uhr) nicht nur Bastian Steger, der fünf Jahre lang das Trikot des SV Werder Bremen trug, altbekanntes Terrain. Es ist zugleich auch die Spielstätte, in der die Bad Königshöfer in den ersten zwei Spielzeiten in der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) jeweils Auswärtssiege feiern konnten und Lehrgeld erst im Nachhinein mit zwei Niederlagen zahlen mussten. Letztendlich beginnt mit dieser Partie gegen den Drittletzten (10./8:12) die Phase in der Saison für den TSV, in der die Spreu vom Weizen getrennt wird. Sprich, gegen unmittelbare Konkurrenten um den Klassenerhalt entscheidet sich, wohin die Reise der Grabfelder in der Rückrunde geht. Bislang hat man die besten Karten als Tabellenachter mit 10:12 Punkten.

Tischtennis-Bundesliga ausgeglichener denn je

Speziell in dieser kopflastigen Sportart gilt es aber, die Blicke nicht zu weit nach vorne zu richten. Steger bekannte einmal, dass er vor dem nächsten Ballwechsel sogar aktuelle Spielstände ausblenden könne. Wie weit weg müssen in solchen Momenten erst die nächsten drei Spiele sein: am 23. Januar gegen Bergneustadt, am 26. Januar in Grenzau und am 30. Januar gegen Grünwettersbach. Hochrechnungen und Prognosen sind speziell in dieser Saison nicht zielführend, in der jeder jeden schlagen kann, selbst Borussia Düsseldorf ohne Timo Boll. Wer hätte schon den Bad Königshöfern nach dem Auswärtssieg in Fulda eine Heimniederlage gegen das Schlusslicht Bad Homburg zugetraut?

Gehütet wie vier Augäpfel: Die Schläger unter der besonderen Kontrolle der Schiedsrichter. In dieser Besetzung wurde das Hinspiel gegen Bremen für den TSV Bad Königshofen im Schlussdoppel gewonnen. Foto: Rudi Dümpert

Ungeachtet dessen bleibt dennoch Fakt, dass außer wahrscheinlich Platz eins für Düsseldorf noch über keine einzige Platzierung der Liga eine Entscheidung gefallen ist. Mit drei Siegen in den vier anstehenden Spielen könnte sich auch der TSV Bad Königshofen nach vorne orientieren. Neujahrswünsche an Kilian Ort bedurften nach seinem holprigen Karriereverlauf seit etwa fünf Jahren eines einzigen zentralen Inhalts: Dass er endlich mal beschwerdefrei durch ein Jahr bzw. eine Saison kommen möge. Dann käme von alleine ans Tageslicht, dass er in kontinuierlicher Topform zu den besten Spielern der Liga gehört.

Im Hinspiel geht die Taktik des TSV Bad Königshofen auf

Entsprechend zurückhaltend verhielt sich Ort beim Zugang zu seinen Gedanken vor diesem Spiel: "Das Hinspiel stand ja schon auf des Messers Schneide. Wir haben es dann etwas glücklich mit 3:2 gewonnen. Im Gegensatz zu uns sind die Bremer mit einem 3:1-Sieg gegen Grünwettersbach in die Weihnachtspause gegangen. Ich hoffe, dass wir ihnen gleich wieder den Wind aus den Segeln nehmen können." Probleme hatten die TSV'ler in den letzten Jahren vor allem mit Mattias Falck, dem schwedischen Vizeweltmeister. "Ich hoffe, wir können ihn ärgern und endlich auch mal zu Fall bringen. Damit würden die Chancen steigen, wieder mal siegreich die Bremer Halle zu verlassen. Es wird viel von der Tagesform und von der Aufstellung abhängen", vermutet Ort.

Mattias Falck, Neunter der Weltrangliste, gehört auch in dieser Saison mit zu den Top-Spielern der Liga mit seiner 13:7-Bilanz (Steger 12:7). Trainer Christian Tamas taktiert von Spiel zu Spiel anders mit seiner Position. Egal wie, in 18 Matches hat er an Position eins eine 5:4-Bilanz, an zwei dagegen eine 8:1-Bilanz. Im Hinspiel bezwang er Ort mit 3:2 und Zeljko mit 3:1. Im Doppel rangen Kilian Ort und Bastian Steger das Bremer Duo Gerassimenko/Aguirre mit 3:1 nieder. Damit ging im direkten Vergleich erstmals die Gleichung nicht auf, dass zwei Falck-Punkte und eine von den anderen drei Optionen zum Sieg reichen. Womit auch die Taktik mit Steger auf Position drei plus Doppel die richtige war.

Bastian Steger will eine persönliche Statistik korrigieren

Eine ungewohnt anmutende Statistik möchte Bad Königshofens Top-Spieler Bastian Steger korrigieren. Die ersten zwei Heimspiele mit Bremen hat er gegen den TSV verloren. Dann wechselte er nach Bad Königshofen und unterlag zwei Mal in Bremen gegen seinen Nachfolger Mattias Falck, war vier Mal beim Verlierer. Kilian Ort, der für sich in Anspruch nimmt, maximales als für ihn optimales Training zur Spielvorbereitung zu benötigen, musste diesbezüglich etwas kürzer treten. "Ich hoffe jedenfalls, der Mannschaft helfen zu können, egal in welcher Weise auch immer." Unter der Woche spielte er in Düsseldorf ein so genanntes Feeder-Turnier, eines der kleineren Sorte des Weltverbands ITTF, bei dem es nicht viele Weltcuppunkte zu gewinnen gibt, aber auch keine zu verlieren. "Es wird jedenfalls nicht mein Leben verändern." Endstation war für Ort im Achtelfinale gegen den Engländer Samuel Walker (1:4).