FUSSBALL: KREISLIGA RHÖN

Sechs Tore und kein Sieger in Herbstadt

Hier fällt das 1:0 gleich in der 1. Minute, als Herbstadts Marco Lurz (in Rot) sich einen zu kurzen Querpass erläuft, Lauertals Torwart Sebastian Müller umkurvt und vollendet. Foto: Anand Anders

Fußball

Kreisliga Rhön

 

Reichenbach/Burglauer/Windh. – FC Strahlungen abg.  
FC Westheim – SV Ramsthal 1:0  
SV Riedenberg – TSV Großbardorf II 2:3  
FC Rottershausen – TSV-DJK Wülfershausen 2:2  
TSV Bad Königshofen – TSV Steinach abg.  
Spfr. Herbstadt – FC WMP Lauertal 3:3  

 

1. (1.) TSV Großbardorf II 17 14 1 2 54 : 15 43  
2. (2.) SV Riedenberg 17 9 5 3 37 : 24 32  
3. (3.) FV Rannungen/Pfändh./Holzh. 16 9 3 4 34 : 25 30  
4. (4.) FC Rottershausen 17 7 4 6 30 : 35 25  
5. (5.) Reichenb./Burglauer/Windh. 16 6 3 7 25 : 30 21  
6. (7.) TSV-DJK Wülfershausen 17 5 6 6 41 : 43 21  
7. (6.) TSV Bad Königshofen 15 6 3 6 21 : 29 21  
8. (13.) FC Westheim 16 5 5 6 26 : 25 20  
9. (8.) FC WMP Lauertal 16 5 4 7 31 : 37 19  
10. (9.) FC Strahlungen 15 4 6 5 25 : 26 18  
11. (10.) SG Untererthal 16 4 6 6 30 : 29 18  
12. (11.) SG Urspringen-Sondheim/Rh. 16 4 5 7 30 : 33 17  
13. (12.) SV Ramsthal 16 4 5 7 25 : 32 17  
14. (15.) Spfr. Herbstadt 16 3 6 7 23 : 34 15  
15. (14.) TSV Steinach 16 4 2 10 26 : 41 14  

Sportfreunde Herbstadt – FC WMP Lauertal 3:3 (2:2). Der erhoffte Befreiungsschlag im Abstiegskampf ist den Sportfreunden Herbstadt nicht wirklich gelungen. Aber das 3:3 gegen den FC WMP Lauertal in einem sehr umkämpften Spiel auf dem Hartplatz reichte aus, um vom Tabellenende wegzukommen. „Es war ein offener Schlagabtausch, in dem beide Mannschaften bis zum Schluss den Sieg wollten“, sagte Spfr.-Sprecher Benedikt Jörg nach spannenden 90 Minuten, in denen Spieler und Zuschauer in ein Wechselbad der Gefühle gestürzt wurden. Ein Sonderlob verteilte Jörg an Spfr.-Keeper Thomas Kneuer. Der habe vor allem in den letzten 20 Minuten, als Lauertal Druck machte, „mit einigen, glänzenden Paraden den Punkt festgehalten. Wenn wir da mit 3:4 in Rückstand geraten, weiß ich nicht, ob wir noch einmal zurückgekommen wären.“

Herbstadt legte blendend los: Schon in der 1. Minute sprintete Marco Lurz in einen zu kurzen Querpass der Gäste und vollendete zum 1:0. Es war der Aufgalopp zu einem packenden Fight, „in dem wir alles in die Waagschale geworfen haben“. Mit einem satten 16-m-Schuss gelang Daniel Schmitt der Ausgleich, Philipp Schleyer sogar die Gästeführung. „Aber wir haben weiter gekämpft“, lobte Jörg die Moral. Das 2:2 in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit durch Jason Schmitt im Anschluss an einen Eckball fiel verdient und für den Hausherrn genau zum richtigen Zeitpunkt.

Auch nach dem Seitenwechsel ging's zur Sache. Zuerst jubelten die Sportfreunde, als Peter Kürschner nach einem Freistoß den Fuß hinhielt – 3:2. Lauertal blieb die Antwort nicht schuldig: Martin Baumgart nahm den Ball am 16er an, sein Schuss aus der Drehung ins lange Eck saß (68.). Lauertal wollte mehr – Thomas Kneuer verhinderte es. „Aber auch wir hatten in den letzten Minuten noch Chancen“, sagte Jörg.

Tore: 1:0 Marco Lurz (1.), 1:1 Daniel Schmitt (30.), 1:2 Philipp Schleyer (39.), 2:2 Jason Schmitt (45. + 1), 3:2 Peter Kürschner (58.), 3:3 Martin Baumgart (67.).

SV Riedenberg – TSV Großbardorf II 2:3 (0:2). Die Frage nach dem Meister in dieser Saison dürfte vorzeitig entschieden sein. Der Elf-Punkte-Vorsprung müsste den Galliern hierfür genügen. „Das sehe ich auch so“, meinte nach dem Abpfiff SV-Coach Michael Leiber, der sein Team gerade für die bärenstarke Leistung im zweiten Durchgang nicht belohnt sah, seinem Gegenüber Markus Bach aber schon einmal gratulierte. Dieser sprach von einem glücklichen Sieg. „Nach dem Spielverlauf wäre ich auch mit einem Punkt zufrieden gewesen“.

Nach dem ersten Durchgang wäre er es nicht gewesen, da war der Tabellenführer das dominierende Team, das die frühe Führung verpasste, als nach Foul von Stefan Wich am quirligen Benjamin Diemer der wenig geforderte Unparteiische auf den Punkt deutete. Doch Leon Brand geriet bei der Ausführung des Strafstoßes in Rücklage und setzte die Kugel an den Hang hinter dem Tor. Drei Minuten später durften die Bach-Schützlinge aber jubeln, als Diemer seinen Gegenspieler austanzte und das Leder unhaltbar für Keeper Florian Dorn ins kurze Eck einschoss. Die Gastgeber schüttelten sich kurz, erlitten aber einen Rückschlag, als sich Thomas Vorndran das Knie verdrehte, da droht wohl ein längerer Ausfall. Als der Spitzenreiter kurz vor dem Kabinengang nachlegte – Diemer schlug einen Haken um seinen Gegenspieler und schlenzte ins lange Eck – schien die Begegnung vorentschieden.

Doch mit dem Wiederanpfiff änderte sich das Spiel komplett. Jetzt jetzt war der Tabellenzweite am Drücker, erarbeitete sich Chancen, „weil wir nach der Pause den Faden und die Ordnung verloren haben“, kritisierte Bach. Der Anschlusstreffer fiel so nicht überraschend, Kevin Lormehs ließ bei einem Schrägschuss Goalie Jonathan Barthelmes keine Abwehrchance. Die Grün-Weißen witterten in einer Partie, die einem Spitzenspiel gerecht wurde, ihre Chance und schafften tatsächlich den Ausgleich. Nach einer Freistoßflanke von Christoph Freiherr von Andrian-Werburg landete das Leder nach einem Luftduell auf dem Fuß von SV-Kapitän Benedikt Carton, der es aus zehn Meter flach ins Toreck setzte.

Doch im Gegenzug wurde wieder ein Strafstoß nach Foul von Niklas Keßler an Leon Brand verhängt, doch Dorn parierte den von Mathias Leicht flach Richtung Toreck gesetzten Schuss. Die nun extrem spannende Auseinandersetzung schien mit einer Punkteteilung zu enden, als die Gäste nach einem Eckball noch einmal zuschlugen. Dabei landete ein Leicht-Kopfball zunächst an der Latte, die zurückprallende Kugel schoss Florian Dietz in die Maschen. Gleich nach Wiederanpfiff die letzte Attacke der Hausherren, dabei verfehlte Adrian von Werburg das Tor nur um Zentimeter.

Tore: 0:1, 0:2 Benjamin Diemer (13., 42.), 1:2 Kevin Lormehs 53.), 2:2 Benedikt Carton (78.), 2:3 Florian Dietz (90. + 1). Besondere Vorkommnisse: Leon Brand (Großbardorf) schießt Foulelfmeter über das Tor (10.); Florian Dorn (Riedenberg) pariert Foulelfmeter von Mathias Leicht (78.).

FC Rottershausen – TSV-DJK Wülfershausen 2:2 (1:0). Zumindest der Trend hatte für die Rottershäuser gesprochen, die sich mit starken Leistungen und 13 Punkten aus den letzten fünf Spielen ins Vorderfeld der Tabelle gespielt hatten, dabei auch die Wülfershäuser überholten, die mit fünf Niederlagen in Serie angereist waren, mit überschaubarem Selbstbewusstsein also. Prompt folgte der frühe Rückstand, als Julian Göller nach der Kopfball-Vorlage von Maximilian Seufert mit dem Vollspann unter die Latte getroffen hatte.

„Danach haben wir weiter druckvoll nach vorne, aber den ein oder anderen langen Ball zu viel gespielt“, so FC-Sprecher Jörg Wetterich. Drei gute Gelegenheiten gab es dennoch: Frank Seufert schoss Gästekeeper Lukas Bier an, während Göller erst volley verzog, dann etwas überhastet am verwaisten Tor vorbeischoss aus 18 Metern. Wülfershausen fand offensiv zunächst nicht statt und hatte mit Wiederanpfiff erneut Glück, als Martin Schmitt ebenfalls Präzision vermissen ließ. Umso überraschender geriet das Comeback der Gäste. Stark abseitsverdächtig, verkürzte der kurz zuvor eingewechselte Ronny Roggatz, dann bestrafte Patrick Warmuth mit seinem Fummel-Tor die Rottershäuser Tiefschlafphase nach einem Missverständnis zwischen Keeper Johannes Hein und Johannes Kanz.

Um ein Haar hätte Warmuth die Partie komplett auf den Kopf gestellt, was Nico Wilm mit seiner tollen Grätsche verhinderte, ehe die Elf von Alexander Schott doch noch zur Schlussoffensive blieb. Nach einem weiten Einwurf von Nico Wilm drückte Julian Göller die Kugel zum Ausgleich über die Linie, ehe der Doppeltorschütze den Siegtreffer mit seinem Lattenkracher aus 25 Metern ebenso verpasste wie Maximilian Seufert. (phü, ba, jüs)

Tore: 1:0 Julian Göller (5.), 1:1 Ronny Roggatz (56.), 1:2 Patrik Warmuth (58.), 2:2 Julian Göller (77.).

Außerdem spielten

FC Westheim – SV Ramsthal 1:0 (1:0). Tore: 1:0 Yanik Pragmann (18.). Gelb-Rot: Willi Voss (78., Ramsthal), Dennis Smirnow (93., Westheim). Besondere Vorkommnisse: Patrick Stöth (Westheim) verschießt Foulelfmeter (14.).