FUßBALL: KREISLIGA RHÖN

Sportfreunde Herbstadt sind nicht vom Glück verfolgt

Augen zu und durch: David Dietz (links) überzeugte beim 3:2-Sieg des FC Reichenbach/Burglauer/Windheim gegen die Sportfreunde Herbstadt (Julian Leicht) als zweifacher Torschütze. Foto: Anand Anders

Fußball

Kreisliga Rhön

SG Urspringen-Sondheim/Rh. – TSV Steinach 4:3
Reichenbach/Burglauer/Windh. – Spfr. Herbstadt 3:2
SV Riedenberg – SV Ramsthal 2:2
TSV-DJK Wülfershausen – SG Untererthal 2:4
FC Rottershausen – TSV Großbardorf II 2:1
TSV Bad Königshofen – FC Strahlungen 3:2
FC Westheim – FV Rannungen/Pfändh./Holzh. 0:3

1.(1.) TSV Großbardorf II15121247:1337
2.(2.) SV Riedenberg1585231:2129
3.(3.) FV Rannungen/Pfändh./Holzh.1583431:2327
4.(6.) Reichenb./Burglauer/Windh.1563623:2721
5.(7.) TSV Bad Königshofen1563621:2921
6.(4.) TSV-DJK Wülfershausen1555539:3820
7.(9.) FC Rottershausen1462624:3120
8.(10.) SG Untererthal1546529:2618
9.(5.) FC Strahlungen1546525:2618
10.(13.) SG Urspringen-Sondheim/Rh.1545630:2917
11.(8.) FC Westheim1545625:2517
12.(11.) SV Ramsthal1444624:3016
13.(12.) FC WMP Lauertal1443725:3415
14.(14.) TSV Steinach1542926:3714
15.(15.) Spfr. Herbstadt1535720:3114

FC Reichenbach/Burglauer/Windheim – Sportfreunde Herbstadt 3:2 (2:1). Während die Teutonen ihre Erfolgsserie fortsetzten, bleiben die Gäste nach der knappen Niederlage auf dem letzten Tabellenplatz. Auf der Waldsportanlage ging die Heimelf auf Vorarbeit von Johannes Katzenberger, der David Dietz perfekt auflegte, früh in Führung. Nach „von uns verschlafenen zwanzig Minuten“ (Spfr.-Coach Martin Naber) waren die Gäste auf Augenhöhe. „Nach dem Spielverlauf wäre auch eine Punkteteilung in Ordnung gewesen“, räumte nach dem Abpfiff FC-Trainer Sven Ludsteck ein.

Die verbissen kämpfenden Gäste schafften durch einen Kopfball von Peter Kürschner den Ausgleich, gerieten aber noch vor dem Seitenwechsel in Rückstand, als Katzenberger im Sechzehner von den Beinen geholt wurde und Jannik Schäfer beim folgenden Strafstoß Keeper Thomas Kneuer keine Chance ließ.

Die Begegnung wurde im zweiten Durchgang hektisch. Nach einer Stunde schien die Vorentscheidung gefallen zu sein, als die Gastgeber ihren Vorsprung ausbauten. Nach Hereingabe von Niklas Zimmermann hielt Dietz im richtigen Moment den Fuß zum 3:1 hin. Die Gäste fanden sich noch lange nicht mit der Niederlage ab, vor allem als Julian Ankenbrand mit einem Kopfball Keeper Eric Reß ins Leere laufen ließ. Jetzt setzte die Naber-Elf alles auf eine Karte, ging volles Risiko und schien kurz vor dem Ausgleich zu stehen, als in der 87. Minute Reß und Kürschner sich trafen, nicht nur sprichwörtlich. Die Sportfreunde forderten vehement einen Strafstoß („den man geben kann“, so FC-Verteidiger Patrick Hergenröther, „den man geben muss“, so Naber). „Am Zustandekommen dieser Niederlage werde ich noch die ganze Woche knabbern“, meinte der Herbstädter Trainer.

Tore: 1:0 David Dietz (12.), 1:1 Peter Kürschner (29.), 2:1 Jannik Schäfer (40., Foulelfmeter), 3:1 David Dietz (60.), 3:2 Julian Ankenbrand (73.).

SG Urspringen-Sondheim/Rhön – TSV Steinach 4:3 (1:2). Sieben Tore, drei Platzverweise (alle gegen den TSV Steinach), sieben weitere gelbe Karten und ein höchst umstrittener Elfmeter vier Minuten vor dem Abpfiff, der zum 4:3 für die Gastgeber führte: Es war eine Menge los im Keller-Derby auf dem „Galgenberg“, wie die Heimspielstätte der Spielgemeinschaft in Urspringen im Volksmund genannt wird. „Wir haben aufgrund der zweiten Halbzeit verdient gewonnen“, so SG-Sprecher David Wolf, „auch wenn der entscheidende Strafstoß höchst umstritten war.“ Auch einige neutrale Zuschauer, so Wolf, sahen den Elfmeterpfiff als Fehlentscheidung an. „Ich glaube, unser Sieg war verdient“, so SG-Spielertrainer Markus Herbert nach dem Abpfiff, „zum Strafstoß kann ich nichts sagen, ich habe die Szene nicht gesehen.“ Von einer nicht nachvollziehbaren Entscheidung sprach dagegen Gästespielertrainer Michael Voll. „Wenn so ein bedeutendes Spiel durch einen mehr als fragwürdigen Elfmeterpfiff entschieden wird, da fehlen mir einfach die Worte.“

In einer vom Anpfiff weg intensiv geführten und von vielen Zweikämpfen geprägten Partie gingen die Gastgeber durch Martin Felsburg nach Vorarbeit von David Heuring früh in Front. Die Gäste zeigten sich unbeeindruckt und wenden innerhalb vier Minuten das Blatt, dezimierten sich allerdings kurz vor dem Seitenwechsel durch den ersten Platzverweis selbst. In Überzahl waren die Hausherren im zweiten Spielabschnitt das spielbestimmende Team und kamen durch einen Distanzschuss von Felix Umla zum Ausgleich. Die Herbert-Schützlinge drängten in Überzahl vehement auf den Führungstreffer. Mitten in diese Drangperiode gab es Strafstoß auf der anderen Seite, den Michael Voll zur erneuten TSV-Führung verwandelte.

Das 3:3 durch Fritz Hey bildete den Auftakt zu einer turbulenten Schlussphase. Zunächst erhielt Gästespielertrainer Michael Voll die Ampelkarte („ich sah zunächst gelb, bezeichnete diese Entscheidung als 'Wahnsinn' und sah dann gelb-rot“). Die doppelte Überzahl für die Gastgeber war das Signal zur Schlussoffensive. Die Entscheidung in der 86. Minute: Felix Umla setzte sich im Strafraum durch, scheiterte am gut reagierenden Keeper Kilian Borst, kam zu Fall – der Unparteiische zeigte auf den ominösen Punkt. Unbeeindruckt von den ganzen Diskussionen verwandelte David Heuring den Strafstoß nervenstark zum 4:3-Siegtreffer. Nach einem Frustfoul in Höhe der Eckfahne kassierten die Steinacher in der Nachspielzeit ihren dritten Platzverweis, diesmal Knallrot.

Tore: 1:0 Martin Felsburg (7.), 1:1 Lukas Elbert (11.), 1:2 Aaron Friedel (15.), 2:2 Felix Umla (51.), 2:3 Michael Voll (70., Foulelfmeter), 3:3 Fritz Hey (75.), 4:3 David Heuring (86., Foulelfmeter). Rot: Christopher Dünisch (90. + 4, Foulspiel, Gelb-Rot: Niklas Otter (43.), Michael Voll (81., alle Steinach).

TSV-DJK Wülfershausen – SG Untererthal 2:4 (0:2). Der TSV-DJK Wülfershausen ist gewollt und ungewollt eine Serien-Mannschaft. Im ersten Spiel der Saison verlor die Mannschaft von Trainer Christoph Then in Untererthal mit 1:4, diesen Samstag das Rückspiel mit 2:4. Dazwischen lagen ein positiver Lauf bis hinauf zum Platz 3 und ein negativer. Der letzte Sieg gelang am 3. Oktober gegen Rannungen (5:4), dann ging?s bergab. Es folgte ein 1:1 und dann vier Niederlagen hintereinander, womit aus dem Relegationsplatz-Kandidaten um den Aufstieg einer gegen den Abstieg geworden ist.

Nach dieser, im Vergleich zu mancher Fußball-Gala der selben Spieler blutlosen Vorstellung gegen Untererthal wird die Luft immer dünner. Die Torfolge hätte in jener Erfolgsserie eigentlich ähnlich ausfallen können. Nur da spielten die DJK?ler noch mit so viel Herz und Leidenschaft, allerdings auch Selbstvertrauen, dass sie jedes Ergebnis noch kippen konnten, bis tief in die Nachspielzeit hinein. Diesmal eben nicht.

„Wir kommen nicht mehr in die Gänge“, befand der einheimische Sprecher Gerold Büttner. Dass man allerdings schon mit 0:2 in die Pause gehen musste, entsprach nicht wirklich den Spielanteilen und der Chancenverteilung. „Wir hatten zwei, drei sehr gute Möglichkeiten, konnten sie nicht nutzen. Und die machen aus zwei Chancen zwei Tore.“ Von denen Lukas Tartler den Türöffner gab. Moritz Fella legte nach. Dabei machte die DJK-Abwehr, die vorher schon die meisten Gegentore der Liga kassiert hatte, einmal mehr nicht die beste Figur. „Dennoch war der Rückstand noch als unglücklich zu bezeichnen. In der zweiten Halbzeit allerdings waren wir total von der Rolle. Da hat sich Untererthal diese 4:0-Führung verdient.“ Noch einmal Fella und noch einmal Tartler sorgten dafür.

Wären der Pfosten- und Lattenschuss der Gäste noch rein gegangen, hätte es eine richtige Klatsche geben können. Kurz vor dem 0:3 hätte man noch einmal Hoffnung schöpfen können, wäre Patrick Warmuths Kopfball nicht an die Latte, sondern ins Netz gegangen. Sucht man Positives in diesem Spiel, so war es die Ergebniskosmetik nach dem 0:4, als sich die DJK nicht hängen ließ und noch zwei Mal durch Florian Ballings direkt verwandelten Freistoß und Nils Voigts Treffer Charakter zeigte – so gut es eben ging. Gerold Büttners Tipp aus früheren Zeiten: „Ich denke, die Mannschaft muss sich mal zusammensetzen und an sich arbeiten. Denn da kommt man nur gemeinsam raus.“

Tore: 0:1 Lukas Tartler (17.), 0:2, 0:3 Moritz Fella (30., 59.), 0:4 Lukas Tartler (68.), 1:4 Florian Balling (75.), 2:4 Nils Voigt (80.).

FC Rottershausen – TSV Großbardorf II 2:1 (0:1). Der FC Rottershausen entfernt sich mit dem zweiten Sieg in Folge von der Abstiegszone, wobei der Erfolg gegen den souveränen Spitzenreiter TSV Großbardorf II aufgrund des Zustandekommens des 2:1-Siegtreffers ein glücklicher war. Die Zuschauer erlebten auf dem FC-Nebenplatz zwei verschiedene Halbzeiten, die erste verlief dabei außerordentlich fair und hatte kaum Höhepunkte. Der einzige war der Führungstreffer der Gäste kurz vor der Pause. Florian Dietz zog aus 25 Metern ab, die Kugel schlug halbhoch und unhaltbar für FC-Keeper Johannes Hein im Toreck ein. Das Geschehen nach der Pause war von viel Hektik und von Nickligkeiten geprägt. Zur allgemeinen Aufgeregtheit trugen auch die oft nicht nachvollziehbaren Entscheidungen von Schiedsrichter Tim Ehrenfels bei.

Die erste gute Möglichkeit zum Ausgleich hatte Nicolas Loibersbeck auf dem Fuß, als er eine Freistoßflanke Richtung langes Eck zog und TSV-Torhüter Jonathan Barthelmes den aufsetzenden Ball mit Mühe um den Pfosten lenkte. Beim nächsten Freistoß der Platzherren war er dann aber geschlagen. Nach neuerlicher Freistoßflanke von Loibersbeck gelang dem aufgerückten FC-Innenverteidiger Nico Wilm ein Uwe Seeler-Gedächtnis-Tor, mit dem Hinterkopf setzte er das Leder ins lange Eck. Zu vielen Diskussionen führte dann das 2:1. Nach einem Pass von Frank Seufert stand Julian Göller deutlich im Abseits, doch der Pfiff unterblieb, der nachsetzende Jonas Alber holte Göller an der Strafraumgrenze ein und foulte ihn. Der Unparteiische zückte zunächst die gelbe Karte, nach längerer Diskussion mit den Einheimischen nahm er diese zurück und griff in die Hosentasche. Der folgende Freistoß von Göller schlug, über die Mauer getreten, vom Innenpfosten über die Torlinie.

„Rot geht in Ordnung“, so TSV-Coach Markus Bach. „Aber aufgrund der Abseitsstellung hätte es gar nicht so weit kommen dürfen“. Dies versuchte er nach dem Abpfiff auch dem Schiedsrichter klar zu machen, als Antwort wurde ihm die gelbe Karte gezeigt. Sein Kollege Alexander Schott nahm die drei Punkte natürlich gerne mit. „Die Mannschaft hat sehr gut gekämpft. Der Erfolg sollte uns trotz aller Personalprobleme Selbstvertrauen geben.“

Tore: 0:1 Florian Dietz (41.), 1:1 Nico Wilm (67.), 2:1 Julian Göller (81.). Rot: Jonas Alber (80., Großbardorf II, Notbremse).

SV Riedenberg – SV Ramsthal 2:2 (1:2). „Mit der Punkteteilung muss ich leben, zumal wir nicht gut gespielt haben“, sagte Riedenbergs Trainer Michael Leiber. Eher zufrieden war da schon Dieter Kloos, der die Gäste betreute, „denn ein Auswärtspunkt beim Tabellenzweiten ist in jeder Hinsicht gut“. Zur Überraschung der Heimelf starteten die Gäste forsch. Bereits nach 30 Sekunden zwang Bastian Baldauf den heimischen Keeper Florian Dorn zu einer kniffligen Fußabwehr. Dieser hatte Glück, dass wenig später ein Nachschuss von Simon Kessler knapp am Tor vorbeistrich. Die Gastgeber bekamen nur allmählich das Spiel in den Griff. Der Führungstreffer (ein Schlenzer von Noah Söder) fiel aber doch überraschend. Doch die Gäste schlugen postwendend zurück, Sascha Ott traf zum 1:1. Der Torschütze scheiterte nach einer halben Stunde mit einem Schrägschuss an Dorn, ein Heber von Enrico Ott landete auf dem Tornetz.

Die nicht stabile Deckung der Platzherren, im zweiten Durchgang wurde es besser, als Stefan Wich in die Innenverteidigung rückte, kassierte auf recht unglückliche Weise vor dem Kabinengang noch den zweiten Gegentreffer. Nach einer Ecke von Niklas Rausch wurde Florian Dorn abgeblockt. „Da habe ich nicht gepfiffen, weil ich es nicht gesehen habe“, räumte später der ansonsten souveräne Referee Jochen Burkard ein, Timo Kaiser köpfte unbehindert ein.

Die Platzherren kamen wild entschlossen aus der Kabine und schafften zügig durch den eingewechselten Nils Tong den Ausgleich. Nach einem weiten Schlag von Thomas Vorndran rutsche Ramsthals Kapitän Tim Danz das Leder im Luftkampf über den Scheitel, Dorn setzte nach, wurde von Keeper Bastian Reusch abgeblockt, doch der Ball landete auf dem Schlappen von Tong, der ihn ins kurze Eck zimmnerte. Von den Gästen war im zweiten Durchgang in der Offensive wenig zu sehen, der drückend überlegene Tabellenzweite verpasste den Siegtreffer bei Hochkarätern von Kilian Markart (76.) und Tong (90.).

Tore: 1:0 Noah Söder (21.), 1:1 Sascha Ott (27.), 1:2 Timo Kaiser (39.), 2:2 Nils Tong (50.).

FC Westheim – FV Rannungen/Pfändhausen/Holzhausen 0:3 (0:1). Am Samstagnachmittag war Westheims Coach Dieter Noack als Zuschauer der Kreisliga-Partie in Riedenberg noch hoffnungsvoll, dass gegen den FV Rannungen der Bock umgestoßen werden würde. 24 Stunden später musste er zu seinem Leidwesen konstatieren, dass seine Hoffnung getrogen hatte. Die Chancenverwertung war erneut ungenügend, was diesmal aber auch für das Abwehrverhalten galt. Nach einem Freistoß köpfte FV-Innenverteidiger Maximilian Bindrim zur Führung ein (34.). „Ich weiß nicht, wie viele Gegentreffer wir bei Standards in dieser Saison schon kassiert haben“, kritisierte FC-Abteilungsleiter Maxi Schaub.

Dessen Kameraden erarbeiteten sich nach dem Seitenwechsel eine optische Überlegenheit, doch Zählbares sprang weiter nicht heraus. „Entweder fehlte es am finalen Pass oder die gegnerische Deckung brachte immer noch ein Bein an an den Ball“. Vor allem FC-Torjäger Yanik Pragmann hat momentan das Pech an seinen Schuhen kleben. Davon kann beim FV-Angreifer Fabian Erhard keine Rede sein. Dieser netzte nach einer Hereingabe kaltblütig ein und traf wenig später neuerlich, „weil wir nach dem 0:2 nicht ruhig weitergespielt, sondern kopflos agiert haben“, so Schaub. (phü, jim, ba)

Tore: 0:1 Maximilian Bindrim (34.), 0:2, 0:3 Fabian Erhard (66., 72.).