Kegeln: Zweite Bundesliga Mitte

TSV Großbardorf hat Nerven wie Drahtseile

Nur der erste Blick lässt den 6:2-Sieg (3421:3354/9:15) der Kegler des TSV Großbardorf in der Zweiten Bundesliga Mitte, Männer, gegen das weiterhin punktlose Schlusslicht Victoria Bamberg II deutlich erscheinen. Der wahre Spielverlauf gestaltete sich weitaus dramatischer. Vier der sechs Duelle endete mit 2:2 Satzpunkten (SP), über das bessere Gesamtergebnis gingen diese vier Mannschaftspunkte (MP) an die Grabfelder. Mehr noch: In diesen vier Vergleichen lagen die Gäste jeweils mit 2:0 SP vorne, ehe das einheimische Quartett große Nervenstärke bewies und das Steuer herumriss.

Pascal Schneider schafft die Wende

Im Startdrittel schickte TSV-Trainer Axel Tüchert Andy Behr (gegen Reinhold Trautner) und Pascal Schneider (gegen Florian Seiler) auf die Bahnen. Behr verlor die beiden ersten Durchgänge, holte sich den dritten und besaß dadurch die Chance auf den MP für sein Team. Das misslang aber und so ging dieser an die Gäste, obwohl Behr mehr Kegel als sein Kontrahent zu Fall gebracht hatte (584:573). Schneider dagegen glich nach Verlust der beiden ersten SP zum 2:2 aus und gewann sein direktes Duell dank der höheren Holzzahl (594:585).

Beide MPs im Mittelabschnitt (Patrick Ortloff gegen Michael Seuß sowie Daniel Eberlein gegen André Roos, der später von Markus Löhnert abgelöst wurde) drohten an die Gäste zu gehen. Das TSV-Duo verlor jeweils die ersten zwei Durchgänge. Doch es kam zurück. Und wie. Ortloff und Eberlein drehten den Spieß um, glichen zum 2:2 aus und gewannen: Ortloff mit 540:506 Kegel, Eberlein mit 567:537. Mit einer 3:1-Führung im Rücken ging das TSV-Schlussduo auf die Bahnen.

René Wagner mit starken 184 Holz

Keine Chance besaß Torsten Frank, der nach der dritten Bahn durch Marco Schmitt ersetzt wurde, gegen Sebastian Ruska, der letztlich alle vier Bahnen für sich entschied (571:529). Spannung pur herrschte im Kampf zwischen René Wagner und Markus Habermeyer. Wagner lag 0:2 hinten. Dann erzielte er im dritten Durchgang grandiose 184 Holz und gewann auch Satz vier, allerdings hauchdünn mit einem Holz Vorsprung. Er holte dank der höheren Holzzahl (607:582) den vierten MP und war auch der Einzige, der die 600er Marke übertraf. Zwei weitere Punkte für das klare bessere Gesamtergebnis schraubten das Resultat auf 6:2 in die Höhe.

Großbardorf: Andy Behr 584, Pascal Schneider 594 (1 MP), Patrick Ortloff 540 (1), Daniel Eberlein 567 (1), Torsten Frank/Marco Schmitt 529, René Wagner 607 (1).