Fußball

Was Johannes Geis eigentlich gar nicht so laut sagen darf

Stammspieler beim Fußball-Zweitligisten 1. FC Nürnberg: der Oberstreuer Johannes Geis (im Bild).

Sie ist die Frage, die die Fußballwelt seit 15 Jahren spaltet. Wer ist besser, Messi oder Ronaldo? Johannes Geis hat gegen beide gespielt und könnte sie wohl besser beantworten als jeder andere in der Region. Eine halbe Stunde lang stellte sich der Oberstreuer in Diensten des Fußball-Zweitligisten 1. FC Nürnberg auf dem Instagram-Kanal des Clubs dieser und anderen Fragen rund um seine Karriere als Profi und plauderte darüber, welches Ziel er in seiner Karriere noch verfolgt.

Schon als Zweijähriger, so haben es ihm seine Eltern berichtet, habe er sich als Fußballer versucht, sagte der 27-Jährige. Beim heimischen TSV und später als Teenager in Großbardorf sei er die ersten Entwicklungsschritte gegangen. Eine Aussage, die ein Zuseher mit den Worten kommentierte: "Du hast alles in Großbardorf gelernt."

In der Jugend spielte Johannes Geis (links) für den TSV Großbardorf (rechts TSV-Manager Gerhard Schüler).

Über die Stationen SpVgg Greuther Fürth und Mainz 05 - unter Trainer Thomas Tuchel - kam er 2015 zum FC Schalke 04. Es war die Zeit, in der Geis als eine der großen Mittelfeldhoffnungen Deutschlands galt und sein Marktwert zwischenzeitlich auf 15 Millionen Euro geschätzt wurde. Als es in Gelsenkirchen nicht mehr wie gewünscht lief, wurde Geis für eine Saison an den spanischen Top-Klub FC Sevilla verliehen.

Schalke? "Krasse Erfahrung"

Ein halbes Jahr war er für den 1. FC Köln aktiv, seit August 2019 ist er beim 1. FC Nürnberg. Beim FCN, so bekundete er, "fühle ich mich pudelwohl". Welcher Klub ihn am nachhaltigsten geprägt habe? "Schalke. Der Verein ist riesengroß und für die Leute dort alles", sagte Geis. Die Zeit in Gelsenkirchen sei für ihn eine "krasse Erfahrung" gewesen.

Aber auch aus dem Jahr in Spanien habe er jede Menge mitgenommen. Zum Beispiel seinen persönlichen Karriere-Höhepunkt: "Das war das Champions-League-Spiel gegen Liverpool, als wir zur Pause 0:3 hinten lagen und noch 3:3 gespielt haben. Da ist ein Traum in Erfüllung gegangen." Damals, im November 2017, hatte ihn sein Trainer als Innenverteidiger aufgestellt. "Das sollten wir vielleicht nicht zu laut sagen", schlug die FCN-Moderatorin vor, "nachher guckt Robert Klauß zu und stellt dich am Sonntag" auf dieser Position auf.

Messi "hat uns zerstört"

Für Sevilla stand Geis auch in Partien gegen Lionel Messis FC Barcelona und Cristiano Ronaldos Real Madrid auf dem Feld. Wer ist denn nun der bessere Fußballer? Eine klare Aussage dazu vermied Geis, schwärmte aber von beiden Ausnahmekönnern in den höchsten Tönen. "Messi ist ein typischer Fußballer. Gefühlt hat er sich vor dem Spiel fünf Minuten lang aufgewärmt und hat dann einfach Fußball gespielt." Das habe freilich gereicht, um Geis' Team im Finale um den spanischen Königspokal - Sevilla verlor 0:5 - "ziemlich zu zerstören".  Und Ronaldo? "Er ist von seiner Ausstrahlung und seiner Aura her ein Spieler, auf den man schaut." Wie er eine Mannschaft anführen und pushen könne, sei "der Wahnsinn", sagte Geis.

Johannes Geis (Screenshot) beantwortete am Donnerstagabend auf dem Instagram-Kanal des 1. FC Nürnberg Fragen.

Und dann kam von einer FCN-Anhängerin noch die Frage, was er im Laufe seiner Karriere noch erreichen wolle. Spontan und nicht verklausuliert sagte Geis: "Ich möchte mit dem Club in die Bundesliga aufsteigen." Wohl wissend, dass diese Antwort nicht der offiziellen Sprachregelung des Vereins entspricht, der dieser Tage um den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga kämpft, hatte er sicherheitshalber vorausgeschickt: "Ich darf das eigentlich gar nicht so laut sagen, sonst bekomme ich Ärger mit Christian Bönig." Der ist der Pressesprecher des 1. FC Nürnberg.