Freiburg (dpa)

Hattrick Mateta: Mainz feiert in Freiburg ersten Saisonsieg

Jean-Philippe Mateta wird für Mainz 05 immer wertvoller. Mit seinen Saisontoren Nummer 5 bis 7 sichert der frühere französische Junioren-Nationalspieler den Rheinhessen den ersten Sieg. Damit verlassen die 05er den letzten Tabellenplatz.

Jean-Philippe Mateta (r) war in Freiburg der gefeierte Mann beim ersten Mainzer Saisonsieg.

Dick eingepackt in einer roten Jacke sicherte sich Jean-Philippe Mateta den Ball als Trophäe, ließ noch einmal kurz sein Können aufblitzen und nahm die Glückwünsche seiner Teamkollegen entgegen.

Dank des hochveranlagten Stürmers schöpft der FSV Mainz 05 im Tabellenkeller der Fußball-Bundesliga wieder Hoffnung. Ein Hattrick Matetas innerhalb von 39 Minuten sicherte den Rheinhessen am Sonntag beim 3:1 (3:0) im Auswärtsspiel beim SC Freiburg den ersten Liga-Sieg seit dem «Abstiegs-Endspiel» der Vorsaison am 20. Juni gegen Werder Bremen.

«Ich bin sehr glücklich über meine drei Tore, aber wichtiger war natürlich, die drei Punkte mitzunehmen. Das war ein Sieg der Mannschaft», sagte Mateta, der in der Sommerpause von Ex-Trainer Achim Beierlorzer zwischenzeitlich wegen einiger Verfehlungen suspendiert worden war. Inzwischen glänzt der frühere französische Junioren-Nationalspieler wieder durch Tore, das Spiel war quasi in der ersten Halbzeit nach seinem Dreierpack (2., 34., 40. Minute) entschieden. Sieben Treffer in acht Spielen - Mateta trifft wieder wie in seiner Premierensaison bei den 05ern, ehe ihn in der vergangenen Spielzeit eine schwere Knieverletzung zurückgeworfen hatte.

Durch ihren ersten Saisonsieg gaben die Mainzer den letzten Tabellenplatz an den FC Schalke 04 ab und nahmen auch etwas Druck von ihrem Trainer Jan-Moritz Lichte, der als Nachfolger des entlassenen Beierzlorzer nach nur einem Punkt aus fünf Spielen selbst schon in der Kritik stand.

Die Freiburger, für die lediglich Nils Petersen (63.) verkürzen konnten, blieben dagegen zum siebten Mal in Folge sieglos und stecken ebenfalls weiter voll in der Abstiegszone. «Das war extem frustrierend, nach zwei Minuten hinten zu liegen. Wir haben es in der Verteidigung nicht gut gemacht», kritisierte Freiburgs Sportchef Jochen Saier, fühlte sich aber auch in einigen Szenen benachteiligt. Gerade beim ersten Gegentor monierte Saier ein Foul und ein Handspiel von Mateta. «Es waren zwei, drei Szenen. Das ist in der Summe zu viel.» Immerhin habe sich der Sport-Club im zweiten Durchgang gewehrt. «Wir müssen da durch, weiter auf Kurs bleiben. Man bekommt nichts geschenkt», sagte Saier.

Gleich mit ihrem ersten Angriff gingen die Mainzer in Führung. Nach einem schönen Steilpass von Leandro Barreiro steuerte Mateta allein aufs Freiburger Tor zu und schob von der Strafraumgrenze aus souverän ein. Auch in der Folge bekamen die Hausherren, deren Defensive große Lücken offenbarte, den 23-Jährigen überhaupt nicht in den Griff.

Als der aus Mainz ausgeliehene Müller einen Schuss von Robin Quaison nach vorne prallen ließ, schlug Mateta wieder eiskalt zu und staubte zum 2:0 ab. Sechs Minuten später schob er nach feinem Zuspiel von Boetius aus halbrechter Position zum 3:0 ein. Sieben der insgesamt bislang zehn Mainzer Saisontore gehen damit auf Matetas Konto. Die Freiburger, bei denen Nicolas Höfler nach mehreren Patzern in den vergangenen Wochen diesmal nur eingewechselt wurde, hatten in der ersten Hälfte zwar deutlich mehr Ballbesitz, durch Vincenzo Grifo (22.) aber nur einen wirklich nennenswerten Abschluss.

Nach etwas trägem Start in die zweite Halbzeit holte Petersen die Freiburger nochmal zurück ins Spiel. Ähnlich wie Mateta zuvor einmal traf der zweimalige Nationalspieler nach einem Abpraller. Es entwickelte sich eine kurze Drangphase der Badener, Lucas Höler verpasste liegend im Fünfmeterraum aber einen weiteren Treffer (72.). Die Mainzer suchten nur noch selten den Weg nach vorne - und brachten ihren ersten Pflichtspiel-Sieg seit dem 5:1 in der ersten DFB-Pokal-Runde gegen den Regionalligisten TSV Havelse am 11. September letztlich souverän ins Ziel. Der eingewechselte Karim Onisiwo hätte sogar noch auf 4:1 erhöhen können (87.).

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