Leser schreiben uns: Niedergang der Volksparteien

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Die Redaktion erreichte folgender Leserbrief:

„Schon lange ist es her, dass die Volksparteien noch die Sprache des Volkes gesprochen haben. Soziale Aspekte wie bezahlbare Wohnungen, lebenswerte Löhne, gesicherte Arbeitsverhältnisse, ehrwürdige Behörden, treusorgende Verwaltungsorgane, zivilgesellschaftlich gerechte Justiz, zukunftsorientierte Politik, staatlich gesicherte Infrastruktur und so weiter. Die großen Parteien haben anscheinend vergessen, dass die Daseinsfürsorge politisch gesteuert werden muss. Die Poltiker/-innen haben sämtliche Staatsbetriebe privatisiert. Es wurden Deutsche Bahn, Deutsche Post, Deutsche Telekom, alle Strom- und Energieversorger, die Gemeinnützige Bayerische Wohngesellschaft (GBW) verkauft und aus Ämtern wurden Agenturen gemacht (alle mit Gewinnmaximierungsabsichten in Monopolstellung). Es wurde so zu sagen das deutsche und das bayerische Tafelsilber verscherbelt.

Die Politiker/-innen rechtfertigen sich damit, dass es dann für den/die Verbraucher/-innen günstiger werden sollte. Es kam aber alles ganz anders, alles wurde teurer. Das Volk wurde von der Politik in allen Belangen enttäuscht. Jetzt wundern sich die Politiker/-innen warum im Volk Politikverdrossenheit herrscht. Jedes Ergebnis hat mindestens zwei Faktoren. Politiker sollten zunächst das kleine Einmaleins beherrschen, bevor sie zur großen Politik übergehen.

Der zementierte Niedergang der Volksparteien kann nur durch kluge Politik zu Gunsten des Volkes wieder herestellt werden. Die Ursache allen Übels liegt nicht am vermeintlich böse gewordenen Volk, sondern an dem verantwortungslosen Handeln der politischen Elite. Welche Partei hat den Mut die ersten Schritte in die richtige Richtung zu gehen?“

Siegmar Unger,

Hollstadt