Leser schreiben uns: Nichts ist "in Zement gegossen"

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Zum Leserbrief „Niedergang der Volksparteien“ erreichte die Redaktion folgende Erwiderung:

„Den Aussagen und Feststellungen und auch der Meinung des Leserbriefschreibers muss ich widersprechen. „Panta rei“ alles fließt; in Zement gegossen ist in der Politik gar nichts. Nur weil die 'alten' Parteien an Macht und Wählergunst verlieren ist das kein Niedergang der Volksparteien. Laut der Zentrale für politische Bildung (bpb) bezeichent man als 'Volkspartei' eine Partei '…die Anhänger/innen, Mitglieder und Wähler/innen in allen Gruppen und Schichten der Bevölkerung hat'. Um das zu erreichen, müssen Volksparteien in ihren Programmen möglichst viele gesellschaftliche Interessen und Weltanschauungen ansprechen. Deshalb müssen sie oft Kompromisse finden und wirken oft weniger kämpferisch als Parteien, die die Interessen einer bestimmten Bevölkerungsgruppe verfolgen.'

Der Niedergang der einen Partei ist – wie man an den Grünen sieht – der Aufstieg einer anderen Partei. Alles ist relativ. Die Wohnungen sind mit Ausnahme in den großstädtischen Zentren bezahlbar, die Industrielöhne top, die Arbeitsverhältnisse sicher, die Arbeitslosenquote so niedrig wie vor 1982 und auch international extrem niedrig, das Wirtschaftswachstum hoch, Behörden sind Behörden und die Justiz hält sich Gott sei Dank an die Gesetze und ist nicht nur 'zivilgesellschaftsrechtlich gerecht'. Die Bahn gehört immer noch dem Bund. Stadt-Elektro- und Wasserwerke sind noch meist in kommunaler Hand. Schlösser- und Seeen, Grundbesitz usw. ebenso. Also nix von wegen: alles privatisiert und alles schlecht.

Ich persönlich habe nichts gegen politischen Wandel. Poltiker wie Söder, Nahles und Co. passen sich dem Volk, dem Wähler an. Das neue grün heißt schwarz lautet Söders Botschaft ans Volk zum Starkbieranstich. Dem Leserbrief darf daher sowohl vom Inhalt wie auch in seiner Schlussfolgerung her widersprochen werden.“

Gerhard Zwierlein,

Hollstadt