Hollstadt

Leserforum: Bio-Bauern brauchen den Wasserpfennig nicht

Zum Artikel „Bürger kritisieren Trinkwasserbelastungen“ vom Montag, 25. März, erreichte uns folgende Leser-Meinung.

Vor über 50 Jahren konnten sich die Bürger der Gemeinde Hollstadt mit ihren Ortsteilen eines gesunden Trinkwassers aus den Quellen der umliegenden Fluren erfreuen. Ende des vorigen Jahrhunderts fiel das Hollstädter Wasser einer intensiven Landwirtschaft zum Opfer und die Muttergemeinde holte sich das Wasser aus einem inzwischen tiefgebohrten Brunnen aus Wargolshausen.

Durch den übermäßigen Wasserentzug verdoppelten sich die Härtegrade auf über 50°. Auch Junkershausen wurde an denselben Brunnen angeschlossen, weil die hochwertige „Klosterquelle“ dem Ausbau der Kreisstraße zum Opfer fiel. Überdies konnte sich die Gemeinde den „Wasserpfennig“ sparen.

Anstatt die Felder in der Wasserschutzzone den Bio-Bauern im Felder-Tausch zu überlassen, war und ist es immer noch üblich, den konventionellen Landwirten einen Ausgleichsbetrag zu geben, für eine unterlassene Brunnengefährdung. Bio-Bauern brauchen den „Wasserpfennig“ nicht, weil Chemie außen vor bleibt.

Hollstadt konnte mittlerweile eine neue Quelle in einem Waldstück erschließen, wo keine Landwirte düngen und spritzen. Das Wargolshäuser Wasser hat nun etwas weniger Härte, kommt aber am Wasserhahn teilweise trüb an, weil aufgrund des Höfesterbens der Wasserverbrauch in den Dörfern zurückgegangen ist und somit eine Systemspülung (mein Favorit) oder Chlorung das lange Verweilen des Wassers in den Versorungsleitungen entgegengesetzt werden muss.

Mit das höchste Gut aller Lebewesen ist die Gesundheit. Öffnen wir den Geldbeutel in jungen Jahren beim Lebensmitteleinkauf für eine bienenfreundliche Landwirtschaft mit lebendiger Nahrung, ersparen wir uns die Kosten für Arznei im Alter. Laben wir uns aus den Quellen lebendigen Wassers aus der Leitung: zu Hause und außer Haus, vor allem im Kindergarten.

Dietmar May

97618 Junkershausen