Bad Neustadt

Leserforum: Entgegenstehende Entwicklung in Bezug auf Herschfelder Bauprojekt

Zum Artikel vom 11. Dezember "Umstrittenes Bauprojekt" über den aktuellen Sachstand der geplanten Wohnanlage in der Von-Guttenberg-Straße in Herschfeld erreichte die Redaktion folgender Leserbrief.

"Als aufmerksamer Medienkonsument verfolge ich schon seit längerem die Entwicklung zu der geplanten Wohnanlage entlang der Von-Guttenberg-Straße. Ich hatte, wie viele Bürgerinnen und Bürger vermutlich auch, insgeheim gehofft, dass dieses strittige Bauvorhaben aus der Amtszeit Bruno Altrichter endgültig ad acta gelegt wurde.

Es würde etliches dafürsprechen, zumal sich die Randbedingungen für dieses umstrittene Bauprojekt vornehmlich in den vergangenen zehn Monaten grundlegend geändert haben. Unabhängig vom Ausgang des Bürgerentscheids im Februar dieses Jahres, der dem neugewählten Stadtrat knapp 2000 Nein-Stimmen mit auf den Weg gegeben hat, wird den geplanten vier- bis sechsgeschossigen Häusern im wahrsten Sinne des Wortes allmählich der Boden entzogen.

Bad Neustadt hatte im zurückliegenden Jahr einen regelrechten Bauboom zu verzeichnen und dieser wird sich in den nächsten Jahren, wenn man die Stadtratsbeschlüsse interessiert mitverfolgt hat, noch fortsetzen. Ich erspare mir die Gesamtheit der Aufzählungen an bereits neu geschaffenem und zukünftigem Wohnraum sowohl in Bad Neustadt, als auch in näherer Umgebung. Dies würde in einem Leserbrief den Rahmen sprengen.

Ich merke allerdings an, dass dem Investor diese für sein Bauvorhaben entgegenstehende Entwicklung nicht kalt gelassen hat. Oder wie erklärt sich sein erneut überarbeitetes Wohnraumbedarfskonzept? Völlig irrational und abwegig ist zudem die in der Berichterstattung von Herrn Eckert aufgeführte Darlegung der sichtbaren Geschosszahlen. Mir ist es letztendlich egal, ob ich auf vier oder sechs-Stockwerke blicke. Herr Eckert, viel lieber schaue ich auf eine unzerstörte Naturlandschaft, als auf eine trostlose Betonlandschaft.

Auch bei den Stadtverantwortlichen erkennt man erfreulicherweise inzwischen einen Wandel. So ist festzustellen, dass immer mehr Bauvorhaben mit dem Ziel, die Innenstadt zu stärken, begründet werden. Ja, sogar Leerständen rückt man mit finanziellen Anreizen auf den Leib. Hier kann man sich am Beispiel Bischofsheim, das, wie ich kürzlich gelesen habe, ein sehr engagiertes Flächensparprogramm aufgelegt hat, gegebenenfalls noch eine Scheibe abschneiden.

Nun wird sich, wenn ich die Berichterstattung richtig deute, das Stadtratsgremium in einer der nächsten Sitzungen mit diesem fragwürdigen Bauprojekt befassen. Ihre Ungeduld in Ehren, Herr Eckert, was würde unser frisch gekürter Altbürgermeister jetzt sagen: 'Bleiben Sie ruhig, es ist noch nichts entschieden!'.

Ich erhoffe mir, dass die Sinnhaftigkeit dieses umstrittenen Bauvorhabens in jener Stadtratssitzung von der Mehrheit der Stadträte, die die Stimmen der knapp 2000 Wähler von Bad Neustadt respektieren, letztendlich abgelehnt wird."

Sergej Siemund

97616 Bad Neustadt