Oberelsbach

Leserforum: Moor vor menschlichen Einflüssen schützen

Was ist das besondere des Schwarzen Moores? Es ist seine Lage auf einer schiefen Ebene. In dem Luftbild erkennt man seine innere Dynamik, ähnlich der eines Gletschers.

Es ist aber auch die Tatsache, dass es bis heute unberührt ist. Zum Glück haben die Wirren zum Ende des Zweiten Weltkriegs den geplanten Torfabbau verhindert. 

Aber zurück zur Dynamik des Moores. So, wie auch ein Gletscher durch den Schneefall nach oben wächst, bildet sich auch im Moor neuer Torf, millimeterweise, an der Oberfläche durch die absterbenden Pflanzenreste der Torfmoose. Dem entgegen wirkt jedoch der Abbau der organischen Substanz, eine Art Kompostierung, in den warmen, trockenen  Phasen des Jahres. Wenn sich der Lebensraum Moor vor diesen Phasen des Abbaus schützen muss, beginnt er, in seinem Inneren einen höheren Bewuchs zuzulassen. Somit entsteht Beschattung und Windruhe, also ein günstigeres Kleinklima.

Unser Idealbild eines Moores hat im Inneren einen offenen Charakter. So, wie das Hohe Ven in der Nähe von Aachen hinter der belgischen Grenze. Es ist näher am Atlantik und genießt eine konstant höhere Luftfeuchtigkeit. Moore in kontinentalem Klima, wie in Polen, sind eher bewaldet.

Würde der Mensch jetzt im Schwarzen Moor eingreifen, so erreicht er sicher das Gegenteil. Durch eine Entbuschung beschleunigt sich der Abbauprozess des Torfs, die Heide wird stärker und drängt noch einmal die Torfmoose zurück.

Das schwarze Moor ist nach europäischem Recht ökologisch bewertet worden und hat sehr gut abgeschnitten. Auch die Moorexperten der Humboldt-Universität Berlin haben das so gesehen. Die Entwässerung ist in der Vergangenheit erfolgreich zurückgebaut worden, somit stimmt nun das Wasser-Regime und der Bewuchs ist damit von selbst in der Balance!

Was man tun kann, ist für Windruhe zu sorgen, im unmittelbarem Umfeld des Moores. Und  es zu schützen, vor menschlichen Eingriffen.

Joachim Urban
97656 Oberelsbach