KREUZBERG

Schließt das Kloster Kreuzberg?

Zukunft ungewiss: Die deutschen Franziskaner planen die Schließung von Klöstern.

Werden auch künftig noch Wallfahrer hoch zum Kreuzberg oder zum Engelberg ziehen? Diese Frage hat seit dem jüngsten Kapitel der Deutschen Franziskanerprovinz durchaus ihre Berechtigung. Die Zukunft beider unterfränkischer Klöster ist seither nicht sicher.

Die Ursachen sind bekannt: Die Zahl der Franziskaner in Deutschland sinkt stetig, zudem werden die Brüder immer älter. Das hat Konsequenzen, auch was die Zukunft der Klosterstandorte betrifft. In jüngerer Vergangenheit wurden in Unterfranken beispielsweise die Klöster in Dettelbach oder Hammelburg aufgegeben. Als sich jetzt etwa 90 Brüder zum ersten Teil ihres Provinzkapitels in Vierzehnheiligen trafen, bildete das Thema Reduzierung der Standorte erneut einen Schwerpunkt. Betroffen davon könnten auch die beiden unterfränkischen Konvente auf dem Kreuzberg in der Rhön und dem Engelberg bei Großheubach (Lkr. Miltenberg) sein.

Bei dem Treffen der deutschen Franziskaner sollten nach einem Vorbereitungsprozess Weichenstellungen über die künftige Arbeit des Ordens getroffen werden. Dabei habe große Einigkeit geherrscht, so Provinzialminister Pater Cornelius Bohl gegenüber dieser Redaktion, dass eine Reduzierung der 32 Standorte in der deutschen Ordensprovinz erforderlich sei, um an den verbleibenden Konventen „gut präsent sein“ und seinen Aufgaben gerecht werden zu können. Man müsse der Entwicklung Rechnung tragen, bedauerte der Leiter der deutschen Ordensprovinz. Er verwies darauf, dass die Provinz nur noch 260 Brüder umfasse, von denen lediglich 15 jünger als 50 Jahre und zwei Drittel älter als 70 Jahre sind.

Das Provinzkapitel habe mit großer Mehrheit zwölf Standorte benannt, die längerfristig erhalten werden und den Schwerpunkt künftiger Arbeit bilden sollen, so der Ordensobere. Die Liste umfasse Berlin-Pankow, Dortmund, Düsseldorf, Fulda, Hamburg, Hülfensberg, Mannheim, München, Paderborn, Vierzehnheiligen, Wangen und eines der beiden Exerzitienhäuser Ohrbeck oder Hofheim/Taunus. Gleichzeitig sei „zeitnah“ an eine Auflösung der Häuser auf dem Engelberg, in Garmisch-Partenkirchen, Halberstadt, Köln, Neviges, Waren und Wiedenbrück gedacht. „Über den Fortbestand der übrigen Klöster muss situativ entschieden werden.“ Unter diese dritte Kategorie falle auch das Kloster Kreuzberg. Hier sind derzeit noch vier Brüder seelsorgerisch tätig, während der gastronomische Bereich in eine GmbH ausgegliedert wurde und daher von einer eventuellen Schließung nicht betroffen sein dürfte. Natürlich werde man versuchen, den Konvent auf dem Heiligen Berg der Franken zu erhalten, betont Pater Cornelius. Über das Ergebnis könne er aber keine Prognose abgeben.

Pater Cornelius legte dabei besonderen Wert auf die Feststellung, dass es sich bei der Auflistung über die Zukunft der einzelnen Klöster um eine Gewichtung der Niederlassungen und damit um eine Art Orientierung handle, die das Provinzkapitel vorgegeben habe. Damit sei keine Entscheidung über die Auflösung verbunden. Die zu treffen, sei nun Aufgabe der Provinzleitung. Die werde jeden Fall genau prüfen „und dann eine Klärung herbeiführen“. Die Entscheidungsfindung werde sich über längere Zeit hinziehen. So stehe die Schließung des Klosters auf dem Engelberg noch nicht definitiv fest. Sollte es aber dazu kommen, dann sicherlich nicht im nächsten halben Jahr. Der Abschied von einem Kloster bedeute nicht das Ende der Pastoral und damit auch der Wallfahrten, so Pater Cornelius. Wie es damit weitergehe liege dann in der Entscheidung der Diözese.