Fußball Bayernliga Nord

Der richtige Weg

André Rieß (oben) entschied das Spitzenspiel gegen den Würzburger FV (Dennie Michel) für die Grabfeld-Gallier.

Wie immer war auch dieses Unterfrankenderby in der Bayernliga Nord zwischen dem TSV Großbardorf und dem Würzburger FV heiß umkämpft und wurde von beiden Mannschaften sehr intensiv geführt. Dieses Mal hatten die Grabfeld-Gallier durch den Treffer von André Rieß das bessere Ende für sich und überholten durch das 1:0 (1:0) die Elf des scheidenden WFV-Trainers Marc Reitmaier in der Tabelle, weil sie nach dem 1:1 im Hinspiel nun den besseren direkten Vergleich aufweisen.

„Wir wollten unbedingt vermeiden, dass wir von den Grabfeldern überholt werden. Dies ist uns leider nicht gelungen. Aber ich muss zugeben, dass der Erfolg deiner Mannschaft sicher nicht unverdient war“, sprach Reitmaier TSV-Coach André Betz an. Der war der Meinung, dass der knappe Sieg verdient war: „Es war ein 50:50-Spiel, in dem Kleinigkeiten, sprich das eine Tor, den Unterschied machten. Deshalb geht unser Erfolg auch in Ordnung.“

WFV übersteht brenzlige Situation

Dann sprach Betz die Szene an, die bereits in der sechsten Minute seiner Meinung nach sein Team die Führung hätte bringen müssen. Da wurde das Leder genau in den Lauf des startenden Dominik Zehe gespielt, der allein vor WFV-Schlussmann André Koob auftauchte. Aber Zehe brachte den Ball nicht am zukünftigen Aubstädter vorbei. „Diese Megachance muss Dominik machen“, bedauerte Betz und erntete Zustimmung von Reitmaier: „Da haben wir eine sehr brenzlige Situation überstanden und hatten Glück, nicht in Rückstand zu geraten.“

In der Folgezeit änderte sich aber das Spielgeschehen in Richtung blau, wie Andreas Lampert, Vorstand Sport beim TSV, sagte. „Da hatten wir drei bis vier Halbchancen, aus denen wir aber kein Kapital schlagen konnten“, bedauerte der Gästecoach, während Betz zugab, dass seine Mannschaft etwas den Zugriff verloren habe: „Da war der WFV aggressiver und bissiger in den Zweikämpfen und hatte auch Möglichkeiten, selbst in Führung zu gehen.“

Reitmaier vertraut dem Fernsehen

Aber Tim Lorenz traf mit der Fußspitze nach einer Istrefi-Eingabe das Tor nicht, Patrick Hofmann brachte das Leder nach einem Bardorfer Querschläger nicht im Gehäuse von Christian Dietz unter und Sebastian Fries rutschte nach einer Dan-Vorlage vor dem leeren Tor um Zentimeter am Ball vorbei. Besser machte es nach 33 Minuten André Rieß, der nach einem Hänschke-Foul an Florian Dietz – „War es wirklich ein Foul? Das muss ich mir erst einmal im Fernsehen anschauen“, Reitmaier – den Freistoß aus 20 Metern im Winkel des Torwartecks versenkte. Für Reitmaier ein sensationelles Tor. „Wie schon zuletzt gegen Ansbach bekamen wir wieder durch einen Freistoß den entscheidenden Gegentreffer“, ärgerte er sich.

Die zweiten 45 Minuten dürften dem Großbardorfer Coach besser gefallen haben. „In der zweiten Halbzeit legten meine Jungs ein super Zweikampfverhalten an den Tag. Alle haben sich zerrissen, denn wir wollten die drei Punkte unbedingt in Großbardorf behalten. Dies ist uns auch verdientermaßen gelungen.“ Im Gegensatz zur ersten Halbzeit konnten sich die Gäste keine einzige Tormöglichkeit mehr erarbeiten, da die TSV-Defensive immer wieder in den direkten Zweikämpfen die Oberhand behielt. Im Gegensatz dazu hatten die Betz-Schützlinge noch die eine oder andere Möglichkeit. Aber Koob lenkte einen Weitschuss von Xaver Müller gerade noch mit den Fingerspitzen über die Querlatte und noch einmal war es der Gästekeeper, der einen zweiten Einschlag in seinem Gehäuse verhinderte, als er einen Rieß-Schuss reaktionsschnell entschärfte.

Zang blickt nach vorne

So blieb es beim knappen, aber verdienten Sieg der Hausherren, die sich hinterher sehr darüber freuten. „Derbysieger, Derbysieger“, schallte es immer wieder durch die Bioenergie-Arena. Trotz der Niederlage war Reitmaier nicht allzu enttäuscht. Denn seine Elf hatte alles rausgehauen, wie er positiv registrierte: „Nun wollen wir uns den dritten Platz wieder zurückholen“, gab er für die letzten Saisonspiele als Ziel aus. Dagegen werden aber die Gastgeber etwas haben. „Wir sind nach der Pleite gegen Eltersdorf auf einem guten und richtigen Weg. Die Einstellung jedes Einzelnen ist richtig gut. So wollen wir auch die letzten Partien erfolgreich bestreiten“, blickte Ersatz-Kapitän Maximilian Zang in die nahe Zukunft.

Die Statistik des Spiels

Fußball: Bayernliga Nord

TSV Großbardorf –

Würzburger FV 1:0 (1:0)

Großbardorf: Chr. Dietz – Müller, Mangold, Kirchner, Zang – Illig – Rieß (89. Dinkel), Schönwiesner, F. Dietz (78. Mosandl) – Zehe – Snaschel (67. Fleischer).

Würzburg: Koob – Hänschke (84. Kadiric), Drösler, Lorenz, Schömig (89. Obrusnik) – Müller, Istrefi – Michel, Fries, Hofmann (76. Eberhardt) – Dan.

Schiedsrichter: Götz (Schwandorf).

Zuschauer: 230.

Tor: 1:0 Rieß (33.).