FUßBALL: KREISLIGA RHÖN

Nächstes Torfestival in Wülfershausen

Patrick Warmuth (links) war mit drei Treffern der Matchwinner bei Wülfershausens 5:4-Erfolg gegen den FV Rannungen/Pfändhausen/Holzhausen (rechts Luis Schuler). Foto: Anand Anders

Fußball

Kreisliga Rhön

TSV Großbardorf II – SV Ramsthal 4:1
FC WMP Lauertal – TSV Steinach 3:2
FC Untererthal – FC Strahlungen 1:1
TSV Bad Königshofen – FC Westheim 0:4
Wülfershausen – Rannungen/Pfändh./Holzh. 5:4
Reichenbach/Burglauer/Windh. – Riedenberg 1:1
Spfr. Herbstadt – FC Einigkeit Rottershausen 2:2

1.(1.) TSV Großbardorf II1091034:628
2.(2.) SV Riedenberg1164124:1422
3.(4.) TSV-DJK Wülfershausen1054132:2319
4.(3.) TSV Bad Königshofen1152415:2117
5.(7.) FC Westheim1143420:1615
6.(5.) FV Rannungen/Pfändh./Holzh.1043315:1715
7.(6.) FC Strahlungen1035219:1814
8.(10.) FC Untererthal1025317:1611
9.(8.) SV Ramsthal1032518:2111
10.(12.) FC Einigkeit Rottershausen1032517:2511
11.(9.) SG Urspringen-Sondheim/Rh.1024421:1810
12.(11.) TSV Steinach1031618:2610
13.(13.) Reichenb./Burglauer/Windh.1123613:229
14.(14.) Spfr. Herbstadt1023513:239
15.(15.) FC WMP Lauertal1022615:258

DJK Wülfershausen – FV Rannungen/Pfändhausen/Holzhausen 5:4 (4:4). „Sehr interessant wieder heute. Es wird immer schlimmer bei uns“, sagte Wülfershausens Informant Gerold Büttner zu Beginn seiner Berichterstattung und meinte in Wirklichkeit „immer schöner.“ Wer das Geschehen in der Kreisliga Rhön diese Saison verfolgt, weiß, dass 5:4 ein Standardergebnis der DJK Wülfershausen bei Heimspielen ist. Tore wie am Fließband fallen fast immer. Die einzige Überraschung liegt mitunter darin, wann sie fallen. Das können auch schon mal zwei bis drei in der Nachspielzeit sein. Dieses Mal hingegen hatten die Torschützen nach einer guten Stunde ihr Pulver verschossen und es wurde dennoch nie langweilig, im Gegenteil. Da stand es 5:4 und der Schlagabtausch der ersten Halbzeit mit acht Treffern wurde bis in die achte Nachspielminute fortgesetzt. Allerdings ohne Tore, dafür mit Hochspannung bis zum Abpfiff, weil immer noch ein anderer Sieger oder eine Punkteteilung in der Luft lagen.

Dass es wieder neun Tore werden würden, war zwar nicht abzusehen, als Patrick Warmuth in der zweiten Minute den Torreigen zum 1:0 eröffnet hatte. Dass man damit noch lange nicht gewonnen oder verloren hatte, aber auch. Dafür sorgte schon mal der dreifache Torschütze der Gäste André Wetterich mit dem 1:1-Ausgleich in der 17. Minute, was einen sehr großen Zeitabstand bedeutete. Denn zwei Minuten waren es bis zum 2:1 durch David Mayer nach schöner Vorabreit von Nils Voigt, sogar fünf bis zum 2:2 (24.) durch Maurice Stefan. Den Handelfmeter zum 3:2 (31.) übernahm der DJK-Torjäger Nils Voigt. Den größten Vorsprung zum 4:2 (36.) besorgte Warmuth, was aber noch lange nicht das Halbzeitergebnis war. Denn André Wetterich schlug zwei Mal zurück und glich zum 4:4 aus.

17 Minuten nach der Pause war es endlich wieder so weit, flankte Fabian Schön und Patrick Warmuth köpfte zum Endergebnis von 5:4 ein. Es war sein sechstes Tor in den letzten zwei Spielen. Das packende Spiel ging in die Fortsetzung ohne Tore. „Dabei“, so Gerold Büttner, „hätte es noch einmal ein 4:4 geben können, weil beide Mannschaften noch einmal vier Tore hätten erzielen können. Um es ein hochklassiges Spiel nennen zu können, dagegen und gegen das Abwehrverhalten sprechen die vielen Tore. Es war aber wirklich sehr spektakulär. Fußball schauen in Wülfershausen kann interessanter sein als am Fernseher.“

Tore: 1:0 Patrick Warmuth (2.), 1:1 André Wetterich (17.), 2:1 David Mayer (19.), 2:2 Maurice Stefan (24.), 3:2 Nils Voigt (31., Handelfmeter), 4:2 Patrick Warmuth (36.), 4:3 André Wetterich (38., 45.), 5:4 Patrick Warmuth (62.).

TSV Großbardorf II – SV Ramsthal 4:1 (3:0). Völlig unbeeindruckt vom ersten Punktverlust am Mittwoch vergangener Woche zeigte sich der TSV Großbardorf beim 4:1-Erfolg gegen den SV Ramsthal. Teammanager Nico Kirchner sprach von einem verdienten Sieg und von einer „brutalen Effektivität“ in der ersten Halbzeit, als der Tabellenführer „aus drei Chancen drei Tore machte“. Dem Aufbäumen der Gäste, die nach Wiederbeginn auf 1:3 verkürzten, schob der TSV in Person von Fabian Mainberger einen Riegel vor, der mit seinem dritten Treffer in diesem Match den alten Abstand wieder herstellte. Der Rest war Formsache, wenngleich „wir noch drei, vier Großchancen liegen gelassen haben“.

Kirchner sprach von einem ausgeglichenen Schlagabtausch in der ersten halben Stunde. „Es war ein Abtasten, keiner wollte einen Fehler machen.“ Glasklare Chancen blieben hüben wie drüben Fehlanzeige. Bis mit dem 1:0 der Schlüssel zum Erfolg umgedreht wurde. Und was für ein Tor: Manuel Leicht zirkelte einen 20-m-Freistoß herrlich in den Winkel. Jetzt war der Torhunger der jungen Grabfeld-Gallier geweckt: Fabian Mainberger war nach einem flachen Ball nach innen schneller als der Verteidiger am Ball – 2:0. Beim 3:0, unmittelbar vor dem Pausenpfiff, war er mit dem Kopf erfolgreich.

Zurück aus der Kabine, hatten die Gäste ihre beste Phase: Erst ein Lupfer von Simon Kessler an die Lattenoberkante (48.), dann das 1:3 durch Simon Kessler, dessen erneuter Lupfer diesmal den Weg ins Tor fand. Der Hausherr schüttelte sich kurz. Nach knapp einer Stunde Spielzeit sorgte nach schneller Balleroberung eine blitzsaubere Kombination, die Fabian Mainberger mit einem erfolgreichen 12-m-Schuss krönte, für die endgültige Entscheidung. In der Folge hatten die Schützlinge von Markus Bach Ball und Gegner fest im Griff. Nur gingen sie mit ihren Möglichkeiten, im Gegensatz zur ersten Halbzeit, verschwenderisch um. Aber das war angesichts des Spielstandes leicht zu verschmerzen.

Tore: 1:0 Manuel Leicht (35.), 2:0, 3:0 Fabian Mainberger (39., 45. + 1), 3:1 Simon Kessler (54.), 4:1 Fabian Mainberger (59.).

TSV Bad Königshofen – FC Westheim 0:4 (0:3). Mit dem FC Westheim hatten die Bad Königshöfer einen Gegner zu Gast, der das Spiel zur Frustbewältigung nutzte und einen nie gefährdeten 4:0-Erfolg einfuhr. Den Türöffner spielte der umtriebige und von der TSV-Hintermannschaft nicht in Schach zu haltende Daniel Wendel. Es lief gerade die dritte Minute, ein paar TSV?ler waren anscheinend noch nicht so recht auf dem Platz, da stand er schon goldrichtig vor dem Tor und machte das 0:1. Von Staffelung oder Ordnung war jedenfalls nichts zu sehen bei den Gastgebern. Die Mannschaft von Alexander Leicht, diesmal ohne Unterstützung aus der Altherren-Mannschaft, tat sich schwer ins Spiel zu finden, weil die Gäste den Braten rochen, die Partie vorzeitig entscheiden zu können. Die gefährlichsten Angriffe trugen sie über die linke Seite vor, sprich, über den wendigen, von seiner Sperre zurückgekehrten Yanik Pragmann. Der aber nicht nur jedem Verfolger mit dem Ball auf und davon lief, sondern auch ein gutes Auge bewies. So auch, als er mit einer Flanke Konstantin Papadopoulos bediente, der mit dem Kopf zu Wendel verlängerte, der wiederum Keeper Hofmann aus drei Metern keine Chance ließ – 0:2. Zum Hattrick lief Wendel in die von der Abwehr offen gelassene „hohle Gasse“ und markierte das 0:3. Westheim war in allen Belangen besser, griff mit neun Feldspielern an und verteidigte mit zehn.

Dass es nach dem Wechsel keine noch höhere Klatsche gab, dafür sorgte u.a TSV-Torwart Andy Hofmann mit einigen tollen Reflexen. FC-Trainer Dieter Noacks Hauptaufgabe lag darin, draußen die sieben Ersatzspieler heiß zu machen: „Männer, warm halten, wir sind doch hier nicht in Bad Kissingen zur Kur!“ Auf dem Platz lief alles wie gehabt, vielleicht mit ein paar Prozent weniger Energieverbrauch. Als Wendel auf dem Weg zu seinem vierten Tor war, holte ihn Hofmann von den Beinen und durfte sich für nur Gelb bedanken. Patrick Stöth verwandelte den Elfer zum 0:4-Endergebnis. Die Königshöfer konnten sich spielerisch einiges vorhalten lassen, nicht aber, was die Moral und den Kampfgeist betrifft. Den Ehrentreffer versuchten sie bis zum Abpfiff zu erzielen, hatten auch zwei vage Chancen dazu. FC-Keeper Pascal Kümmert musste sich aber nicht auszeichnen, um ihn zu verhindern.

Tore: 0:1, 0:2, 0:3 Daniel Wendel (3., 20., 30.), 0:4 Patrick Stöth (51., Foulelfmeter).

FC Untererthal – FC Strahlungen 1:1 (1:0). Für Sven Röthlein war es die Königs-Chance. Da hatten die Strahlunger jedenfalls mächtig Dusel in der 84. Minute, als Lukas Tartler seinen Flugkopfball nur haarscharf am Kasten vorbei setzte nach der Flanke von Patrick Heilmann. So blieb es bei einem Punkt für den Aufsteiger, und der war mehr als verdient. „Die Strahlunger waren spielerisch besser, hatten die reifere Spielanlage, aber die klareren Chancen lagen auf unserer Seite. Wir waren aktiver zum Tor“, sagte Untererthals Sprecher.

Flott und temporeich hatten beide Teams begonnen, ohne sich Hochkaräter zu erspielen. Der Mann für besondere Momente im Team der Viktoria ist Lukas Tartler, der sich an der Mittellinie das Leder schnappte und erst im Strafraum gestoppt wurde. Regelwidrig. Vom Kreidepunkt traf schließlich Tartlers Bruder Mathias. Mit dem knapp verzogenen Fernschuss von Untererthals Niklas Gerlach (39.) endete Halbzeit eins. „Nach dem Wechsel haben wir 20 Minuten lang brutales Tempo gemacht, waren aggressiv und dominant. Aber wir haben es nicht geschafft, die Bälle in die gefährliche Zone zu bringen“, erkannte Röthlein. Den einzigen Treffer nach der Pause erzielte der Gast durch Markus Mellenthin nach Zuspiel von Max Grimm gegen den bis dato beschäftigungslosen Daniel Hammer im Kasten der Viktoria.

Tore: 1:0 Mathias Tartler (35., Foulelfmeter), 1:1 Markus Mellenthin (67.).

Sportfreunde Herbstadt – FC Rottershausen 2:2 (2:1). Die Sportfreunde bleiben zum einen seit fünf Spielen weiter sieglos und zum anderen verpassten sie es durch das 2:2-Unentschieden am Gegner in der Tabelle vorbeizuziehen. Dabei führten sie nach 24 Minuten schon mit 2:0. Bis kurz vor Schluss lagen sie noch mit 2:1 vorne, ehe sie per Elfmeter noch den Ausgleich kassierten. In der ersten Halbzeit waren die Herbstädter die klar spielbestimmende Mannschaft. Thomas Reder brachte die Gastgeber schnell in Führung. Pascal Fritz hatte sich auf der Außenbahn durchgesetzt und spielte scharf in die Mitte, wo Thomas Reder den Ball ins lange Eck zum 1:0 unterbrachte. Nach einem hohen Ball aus dem Mittelfeld behinderten sich zwei FC-Spieler gegenseitig und Pascal Fritz war der Nutznießer. Er verlängerte mit dem Kopf, stand frei vor dem Kasten und netzte zum 2:0 ein.

Diese Führung drückte auch die Dominanz der Gastgeber aus. Kurz vor der Pause gab es eine Ecke für den FC. Julian Göller nahm diese am langen Pfosten stehend auf und brauchte nur noch einzuschieben – 1:2. Nach der Halbzeit war die Überlegenheit der Sportfreunde nicht mehr so drückend. Die Gästen machten nun Druck und es wurde immer hektischer mit vielen kleinen Unterbrechungen. In der Schlussphase glich der Gast schließlich nach einem strittigen Elfmeter aus, den Julian Göller versenkte. Der Strafstoß war gut geschossen, auch wenn Keeper Thomas Kneuer die Ecke ahnte. Letztlich konnten die Herbstädter in der zweiten Halbzeit nicht mehr ganz an ihre Leistung vor der Pause anknüpfen. Rottershausen kam jedoch zu keinen zwingenden Chancen, weshalb aufgrund des ersten Durchgangs ein Heimsieg durchaus in Ordnung gewesen wäre.

Tore: 1:0 Thomas Reder (10.), 2:0 Pascal Fritz (24.), 2:1, 2:2 Julian Göller (45., 88.).

FC Reichenbach – SV Riedenberg 1:1 (0:1). Der Tabellenzweite kam auf dem Burgläurer Nebenplatz nicht über ein Remis hinaus, was zum einen daran lag, dass man gute Möglichkeiten vor dem Seitenwechsel nicht nutzte, und zum anderen, dass man in der zweiten Halbzeit gegen kämpferisch starke Gastgeber „durch ein zu wenig breit angelegtes Spiel“ (SV-Coach Michael Leiber) der heimischen Deckung in die Karten spielte.

In Führung gingen die Grün-Weißen, als sich Lukas Hergenröther an der Mittellinie die Kugel schnappte, zu einem Alleingang ansetzte und diesen mit einem präzisen Flachschuss erfolgreich abschloss. Auf der Gegenseite verpasste Julian Bötsch nach einem von Florian Dorn unterlaufenen Eckball den Ausgleich. Nach einer halben Stunde durften sich die Einheimischen bei ihrem starken Keeper Eric Reß bedanken, dass sie nicht höher in Rückstand gerieten. Die erste Szene im zweiten Durchgang führte sofort zum Ausgleich. Nach einer Flanke von Niklas Zimmermann fand dieser zwar nicht den Kopf von Felix Nöth, dafür aber den von Jonas Wolf. Dieser legte das Spielgerät an die Strafraumgrenze zurück, wo es Johannes Katzenberger kurz entschlossen und unhaltbar ins Toreck setzte. Zehn Minuten später hätte Hergenröther sein Team neuerlich in Führung schießen können, doch sein Schlenzer landete am Pfosten. In der letzten halben Stunde drückten die Platzherren stark Richtung Gäste-Tor, doch die Fernschüsse von David Dietz und Katzenberger verfehlten um Haaresbreite den Pfosten.

Tore: 0:1 Lukas Hergenröther (17.), 1:1 Johannes Katzenberger (47.). Gelb-Rot: Kilian Markart (91., Riedenberg).

FC WMP Lauertal – TSV Steinach 3:2 (0:1). Was war das für eine Spannung an der Maßbacher Centleite. Insbesondere die Schlussphase hatte es gewaltig in sich. „Als wir zum 3:1 trafen, haben wir gehofft, nicht mehr zittern zu müssen. Prompt fällt der Steinacher Anschlusstreffer“, berichtete FC-Abteilungsleiter Sven Gessner. Mit aller Macht drängte der Gast nun auf den Ausgleich, während die Lauertaler die Entscheidung verpassten, als Daniel Schmitt freistehend vorbeischoss. Das Zuspiel auf den blank stehenden Leon Kilian wäre wohl die bessere Entscheidung gewesen. Die erste halbe Stunde gehörte den Gastgebern samt Hochkaräter für Tim Potschka, dann wurde der Gast urplötzlich stärker und legte durch Spielertrainer Michael Voll vor, der nach einer Flanke den Fuß eher ans Leder brachte als FC-Keeper Sebastian Müller.

Auch nach dem Wechsel boten die Steinacher eine engagierte Vorstellung, blieben insbesondere mit ihren Kontern über Michael Voll brandgefährlich, aber jetzt flutschte es in der FC-Offensive. Mit seinem Kopfball-Aufsetzer aus 14 Metern egalisierte André Keßler, ehe Sebastian Händel das feine Zuspiel von Martin Baumgart veredelte und Michael Krautschneider mit seinem tollen Schlenzer aus 22 Metern auf 3:1 stellte. (phü, rd, ba, jüs)

Tore: 0:1 Michael Voll (38.), 1:1 André Keßler (70.), 2:1 Sebastian Händel (75.), 3:1 Michael Krautschneider (78.), 3:2 Fabian Schäfer (81.).