Skispringen

Skispringen: Janis Kansog rückt beim "Kloster Kreuzberg"-Pokal seinem Trainer auf die Pelle

17. Kloster Kreuzberg-Pokal Am Start der K16, viele Besucher hatten das schöne Herbstwetter genutzt und die Sprunglaufveranstaltung besucht. Foto: Barbara Enders

Das Wetter beim 17. Springen um den "Kloster Kreuzberg"-Pokal hätte nicht besser sein können und lockte wieder viele Besucherinnen und Besucher zu den Naturschanzen oberhalb von Haselbach. Viele der Gäste schienen schon öfters dort gewesen zu sein und hatten eigene Klappstühle dabei, andere hatten es sich auf Decken bequem gemacht. Der sonnenbeschienene Auslaufhügel lud direkt zum Verweilen ein. In diesem Jahr war das Teilnehmerfeld allerdings nicht so groß wie gewöhnlich und von zunächst 37 gemeldeten Skispringerinnen und Skispringer traten letztendlich nur 34 an, die allerdings alle in die Wertung kamen.

Bereits auf der kleinsten Schanze, der K 5, trat das Küken der Rhönadler an. Josefine Grösch aus Hausen springt seit Kurzem mit viel Freude für den RWV Haselbach über den sogenannten Schnullerbakken und strahlte bei der Siegerehrung mit der Sonne um die Wette. Maximilian Lange, Trainer der Rhöner Skispringerinnen und Skispringer, freute sich an diesem Tag besonders für eine seiner Schützlinge, die nicht beim Heim-Wettbewerb antreten konnte. Anna Chlebowy wurde aufgrund ihrer guten Leistungen nämlich in den Deutschland-Kader berufen und startete am gleichen Wochenende in Ruhpolding beim Schüler-Grand Prix. Während des Wettkampfes am Kreuzberg erreichte Lange die Nachricht, dass seine Springerin im Teamwettbewerb Platz zwei erreicht hatte.

Das Team der Rhönadler: Marlene Günther (von links), Anton Knoll, Maximilian Lange und Janis Kansog. Foto: Barbara Enders

Der Trainer der Rhönadler sieht noch mehr Potenzial bei seinen Schützlingen. Für Janis Kansog prognostizierte er, dass er wohl bessere Sprünge abliefern würde als Lange selbst, der auch auf der K 50 an den Start ging. Dort durfte er sich mit den ältesten Teilnehmern in der Klasse Herren 30-49 messen. Mit 36 Jahren war Markus Damköhler der älteste Springer. Der Athlet vom WSV Braunlage hatte seinen elfjährigen Sohn Marvin dabei, der souverän über die K 30 flog und als Vorspringer ohne Scheu die K 50 eröffnete. Vater Markus trainiert wie sein Sohn regelmäßig zweimal die Woche. Im Alter von sechs Jahren hatte Markus Damköhler mit dem Skispringen begonnen, danach aufgehört und erst mit 31 Jahren wieder die Lust am Springen entdeckt. Seither nimmt er bei den sogenannten Master-Springen in der Regel an fünf bis sechs Wettkämpfen im Jahr teil.

Sein Trainer Jens Koch (Jahrgang 1968) flog noch bis vor zwei Jahren über die Schanzen, ehe er beim Springen einen Unfall hatte, der ihn längere Zeit außer Gefecht setzte. Für ihn ist der Weg zurück zum aktiven Skispringen zu anstrengend, denn er müsste quasi ganz von vorne anfangen. Stattdessen steht er lieber den Vereinskollegen vom WSV Braunlage mit seiner Erfahrung als Trainer zur Verfügung. Dass die noch etwas älteren Skispringer – eigentlich langjährige Stammgäste beim "Kloster Kreuzberg"-Pokal – fehlten, mag an den vielen Veranstaltungen liegen, mutmaßten einige Sportler. Sie berichteten, dass sie zuletzt fast an jedem Wochenende auf Sprungskiern standen, da derzeit viele Veranstaltungen nachgeholt werden.

Stefan Keil (SK Wernigerode, im Bild) sprang wie Maximilian Lange vom RWV Haselbach mit 50 Metern die Tagesbestweite. Foto: Barbara Enders

Letztendlich sollte Maximilian Lange vom RWV Haselbach mit seiner Prognose nicht Recht behalten. Lange und Stefan Keil (SK Wernigerode) sprangen die Tagesbestweite mit jeweils 50 Metern. Lange landete auf Platz zwei seiner Klasse, weil er seinen ersten Sprung nicht stand und somit schlechtere Noten bekam. Allerdings bewies Janis Kansog (WSV Oberweißenbrunn), dass das Vertrauen seines Trainers nicht unbegründet war. In der Klasse Schüler 13 männlich landete er mit zwei konstant guten Sprüngen von 47 Metern auf Platz eins.